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Elternarbeit

Jungschar-GruppenleiterInnen kommen bei verschiedenen Gelegenheiten mit den Eltern der Jungscharkinder in Kontakt: beim Abholen von der Gruppenstunde, beim Einkaufen, zum Gottesdienst, beim Pfarrkaffee ... Diese Kontakte sind meistens sehr spontan und nicht gezielt gestaltet. Für die Kinder, die in der Jungschar sind, für die GruppenleiterInnen selbst, ja für die gesamte Jungschararbeit ist es aber von großem Vorteil, wenn der Kontakt mit Eltern bewußt gestaltet wird, was ab nun einfach als "Elternarbeit" bezeichnet wird.

Warum ist Elternarbeit so wichtig?

Die Jungschar ist keine Einrichtung, die sich für die ihr zugehörigen Kinder nur im Rahmen der Gruppenstunde interessiert. Für eine gute Arbeit in der Jungschargruppe ist es auch wichtig, das Umfeld der Kinder zu kennen und um deren besondere Schicksale zu wissen. Außerdem ist sie Teil einer Pfarrgemeinde und will dort Veränderungen zum Wohle der Kinder mitbewirken. Beides ist nur dann möglich, wenn die GruppenleiterInnen um einen guten Kontakt zu den Eltern bemüht sind - im Wissen, daß nicht alle Eltern gleichermaßen ansprechbar und an einer Zusammenarbeit im Rahmen der Pfarrgemeinde interessiert sind.

Ziele von Elternarbeit

1. Kontaktaufnahme:

Sinnvolle Elternarbeit beginnt schon mit der gut überlegten Kontaktaufnahme mit Eltern, deren Kinder noch nicht in der Jungschar sind. So wird sich jede Pfarrgemeinde fragen, in welchem Zusammenhang Eltern die Jungschar kennenlernen sollen. Werden die GruppenleiterInnen und ihre Arbeit bei einem Elternabend der Erstkommunion-Vorbereitung vorgestellt? Gibt es als Abschluß der Erstkommunion-Feiern in der Pfarre ein Spielfest der Jungschar, bei dem Kinder und Eltern diese Organisation selbst erleben können? Werden gar schon Kinder in der ersten Klasse Volksschule zu Spielgruppen eingeladen, die nach der Erstkommunion-Vorbereitung als Jungschargruppen weitergeführt werden? Werden alle im Pfarrgebiet wohnenden Eltern nach dem Wechsel von der Volksschule in die Hauptschule bzw. in das Gymnasium von der Einrichtung der Jungschar und deren Wert für Kinder informiert? Es gibt viele Möglichkeiten, Kontakt aufzunehmen. Zwei Aspekte sind dabei besonders wichtig: 1. Es sollten möglichst alle in Frage kommenden Eltern mit Name, Adresse und Telefonnummer erfaßt sein. 2. Eltern, zu denen bereits ein Kontakt besteht sollten animiert werden, andere Eltern anzusprechen und von ihren Erfahrungen mit der Jungschar erzählen.

2. Information:

Ob Eltern der Jungschar gegenüber positiv eingestellt sind, hängt meistens auch damit zusammen, welche Informationen sie auf welche Weise bekommen. Je weniger die Eltern informiert werden desto mehr sind sie auf ihre eigene Phantasie angewiesen, und die stimmt mit der Wirklichkeit oft nicht überein. Informationsfaltblätter (die über das diözesane Jungscharbüro erhältlich sind), Plakate, Hinweistafeln für Organisatorisches oder sogar eine eigene Pfarr-Jungschar-Zeitung sind wertvolle Hilfen, Eltern über die eigene Arbeit zu informieren und sie dafür zu interessieren. Auch hier gilt: persönliche Kontakte sind die beste Informationsschiene.

3. Miteinander reden:

Die Eltern und die GruppenleiterInnen haben eine große Gemeinsamkeit: die Kinder, für die sie alle "das Beste" wollen und in deren Entwicklung sie sie unterstützen wollen. Da es über die inhaltliche Ausgestaltung dieser Anliegen unterschiedliche Meinungen geben kann, ist es wichtig, die eigenen Vorstellungen miteinander diskutieren zu können. Ist einmal eine gute Gesprächsbasis gefunden, dann haben Eltern ein größeres Vertrauen in die Jungschararbeit und in das, "was da mit ihrem Kind gemacht wird". Diese Basis ist auch eine nicht zu unterschätzende Stütze, wenn es einmal zu Konflikten kommen sollte. Solche Gespräche können in unterschiedlichsten Formen gestaltet werden: sie sind möglich, wenn ein/e GruppenleiterIn ein spontanes, zufälliges Treffen für ein Gespräch nützen kann; es können eigens dafür gestaltete Elternabende durchgeführt werden; und besonders gut geeignet sind Elternabende - etwa zur Vorbereitung auf ein Jungscharlager oder als Bericht von einem vergangenen Lager-, da hier über eine konkrete Lebensrealität der Kinder und wie in der Jungschar damit umgegangen wird gesprochen werden kann.

4. Zusammenarbeit:

Schließlich kann es ein Ziel von Elternarbeit sein, gemeinsam tätig zu werden. Es kann bei Aktivitäten der Jungschar in der Pfarre von großem Vorteil sein, wenn es einen Pool von Eltern gibt, die gerne mithelfen. Auch ein gemeinsames Handeln von Eltern und GruppenleiterInnen im Rahmen anderer Aktivitäten der Pfarre ist denkbar. Dadurch kann es möglich gemacht werden, daß sich eine breite Lobby für die Kinder in der Pfarrgemeinde bildet, die sich gemeinsam für eine kindgerechte Pfarrgemeinde einsetzt.

Welche Ziele auch immer durch die Elternarbeit der Jungschar einer Pfarre angestrebt werden, eines muß in jedem Fall im Mittelpunkt stehen: Elternarbeit der Jungschar ist immer ein Dialog-Geschehen zwischen Menschen, denen dieselben Kinder ein großes Anliegen sind.

Dieser Text wurde vom Arbeitskreis für Kinderpastoral- und Pädagogik der KJSÖ erarbeitet und verabschiedet, im März 1994.