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Mit Kindern beten

Überall dort, wo in unserem Leben Gott vorkommt, ist es möglich, sich an ihn zu wenden. Ich muß mir nur ein wenig Zeit nehmen wollen. Wenn wir das tun, nennen wir das meistens beten. Auch mit Kindern können verschiedene Formen des Betens praktiziert werden. Dazu solle die folgenden Überlegungen weiterhelfen.

Das gesprochene Gebet

Sinnvoll und gut überlegt eingeordnet, ist gemeinsames Beten in der Gruppenstunde, am Lager oder bei einer Jungscharaktion für das religiöse Erleben der Kinder sehr wichtig. Achte aber auf passende Situationen bzw. schaffe solche. Je persönlicher das Gebet gestaltet wird, je mehr es mit dem Leben der Kinder und der Gruppe zu tun hat, um so besser.

Bausteine für so ein Gebet sind:

Die Anrede:

Wenn wir an jemanden wenden, dann werden wir ihn zuerst einmal ansprechen. Bei Gott, bei Jesus oder dem Heiligen Geist dürfen eine persönliche Anrede wählen, weil sie uns immer nahe sein wollen. Es muß nicht immer das gewöhnte "Lieber Gott" sein. "Gott, unser Vater (und unsere Mutter)", "Jesus, unser Freund und Bruder" oder "Heiliger Geist, Du bist die Begeisterung, die in allen guten Menschen lebt..." - Wir können uns selbst überlegen, welche Anrede wir für passend erachten.

Die eigene Situation vor Gott bringen:

Beten kann man in jeder Situation, in guten und in schlechten Augenblicken. Manchmal ist es ganz heilsam, sich zu besinnen, was man gerade tut und das dann vor Gott bringen. Z.B.:

  • "Wir sitzen beim Gipfelkreuz und haben eine tolle Aussicht"
  • "Drei Tage des Sommerlagers sind schon vorbei. Wir haben viel erlebt und auch einige neue Freunde und Freundinnen gefunden."
  • "Heute war die letzte Gruppenstunde vor Ostern. Bald ist Palmsonntag und die Karwoche beginnt."
  • "Heute geht es uns nicht so gut. Wir haben viel gestritten und haben uns nie wirklich einigen können."

Alles, was uns bewegt kann Inhalt eines Gebets sein.

Bitten und danken:

Das sind seit je her wichtige Bestandteile des Gebets. Sie nehmen ernst, daß wir uns mit all unseren Anliegen an Gott wenden dürfen und daß wir daran glauben, daß Gott Güte uns begleitet. Z.B.:

  • "Guter Gott, wir danken dir, daß es so nette Menschen gibt wie die Familie, heute die ganze Gruppe zum Eisessen eingeladen hat. Bitte sei immer bei ihnen, wenn sie dich brauchen und hilf uns, auch zu anderen so nett sein zu können."...

Abschluß mit Lobpreis:

Jedes Gebet braucht einen klaren Abschluß. Hier ist auch Platz, Gott dafür zu loben, daß er ein Gott für uns ist. Das "Amen" am Schluß bedeutet so viel wie "So soll es sein", "dazu stehe ich". Es läßt auch bei einem frei formulierten Gebet die Gruppe noch einmal einen gemeinsamen Schluß setzen. Z.B.:

  • " Gott, wir loben dich, dafür daß du so gut zu uns bist. Amen."
  • " Jesus hat uns versprochen, immer bei uns zu sein. Darauf möchten wir vertrauen, und darüber freuen wir uns. Amen.

Ein gemeinsames Zeichen, das Kreuzzeichen, ist ebenfalls ein sinnvoller Abschluß eines Gebets in der Gruppe.

Beten in der Gruppe

Manchmal erscheint es sehr schwer, mit Kindern in der Gruppe zu beten. Jedes Kind hat andere Vorerfahrungen, in jeder Familie kommt Gott in anderer Weise vor. Für die Kinder ist es wichtig zu sehen, welchen Zugang du zum Gebet hast, und daß das gar nicht so kompliziert sein muß. Sie müssen in konkreten Situationen zum (freien) Gebet erst eingestimmte oder hingeführt werden Z.B.:

"Nun setzen wir uns noch ein bißchen zusammen. Unsere Gruppenstunde ist bald zu Ende, und ich glaube, es war ganz toll heute. Da für können wir Gott danken. Nehmen wir uns ein bißchen Zeit, ganz ruhig zu werden. Gott ist immer bei uns, und wir können mit ihm reden. Erzählen wir ihm von der heutigen Gruppenstunde, von allem, was uns getaugt hat und auch von dem, was nicht so gut gelaufen ist. Dafür, daß wir Spaß miteinander hatten, danken wir ihm!

Wer gerne möchte, kann etwas laut sagen. Wir antworten dann alle: "Gott, wir danken Dir dafür."

Wichtig ist, auch beim Beten in der Alltagssprache der Kinder zu bleiben. Nur so wird es ihnen möglich sein, sich selbst am Gebet zu beteiligen.

Ältere Kinder zeigen oft Hemmungen beim Beten, vor allem beim freien Gebet. Das hängt einfach mit ihrer Persönlichkeitsentwicklung zusammen. Sie fangen vielleicht an zu kichern oder sich gegenseitig heimlich zu necken. Die Kinder sind dann unsicher, haben es ungern ruhig und wollen manchmal nicht über so persönliche Angelegenheiten wie ihre Beziehung zu Gott sprechen. Das ist ja auch für Erwachsene nicht gerade leicht!

Hier wirst du mit der Zeit Gespür für die richtige Situation entwickeln. Keinesfalls dürfen Kinder Beten als etwas Aufgezwungenes erleben. Vielleicht traust du dich aber, einmal eine Gruppenstunde zum Thema "Beten" zu gestalten. Über das Beten zu reden ist oft einfacher als miteinander zu beten.

Gebete müssen übrigens nicht immer gesprochen werden. Auch ein Tanz, den ihr vor Gott hinbringt oder ihm zu ehren tanzt, kann ein Gebet sein. Ein Bild, daß ihr in Gedanken an Gott zeichnet, ist ebenso eine Form von Gebet wie das Schweigen, in dem wir an Gott denken. Aktivitäten können auch das Gesprochene Gebet unterstützen. Wenn ihr etwa Gott für die schöne grüne Wiese dankt, dann müßt ihr dabei nicht still sitzen. Ihr könnt auch Hand in Hand über die Wiese laufen und dabei rufen "Danke, liebe Gott!"

Bring dich ein

Es ist nicht nötig, daß du den Kindern als jemand erscheinst, der mit dem Beten nie Schwierigkeiten hat. Im Gegenteil: Wenn sie erleben, daß auch du mit Unzulänglichkeiten und Unsicherheiten zu schaffen hast, daß du es aber trotzdem immer wieder versuchst, dich Gott zuzuwenden, dann ist für ihre eigene Entwicklung eine große Hilfe.