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Kidsverlust?

Wie umgehen mit den 11 bis 14-Jährigen? Was tun, damit ihnen in der Gruppenstunde nicht fad wird, sie auch weiterhin kommen (daher die Überschrift) oder gar neu dazustoßen?

Auf einmal sagen meine Kids, die Gruppenstunde sei fad!

Nun ja, jetzt, wo sie merken, dass sie nicht mehr wirklich Kinder sind, muss sich ja auch rundherum 'was ändern. Man kann ja schließlich als "Nicht-Kind" nicht das gleiche tun wie Kinder. Und Jungschar wird nun mal mit Kindheit verbunden, denn da hat sie ja angefangen. Was also tun? Die Gruppe auflösen?

Nein, einfach auch andere, den Kids unbekannte oder einfach in ihren Köpfen nicht mit Jungschar oder Kindsein verbundene Inhalte anbieten. Vielleicht findet sich in der Pfarre auch ein anderer Raum (oder zumindest ein eigenes Eck im Jungscharraum) für die Gruppenstunden. Denn ein Ortswechsel, beispielsweise in den Jugendraum, schüttelt ein wenig von der Erinnerung an "Kindheit" ab. Eine Gruppenstunde, die bei dir zu Hause stattfindet, kann gleichfalls unterstreichen, dass deine Kids keine Kinder mehr sind.

Hin und wieder kannst du auch Aktionen anbieten, die sie alleine nicht machen dürften. Zum Beispiel eine Nachtwanderung mit anschließendem Übernachten im Gruppenraum. Das kann einerseits gemeinsame Erlebnisse schaffen, die die Gruppe zusammenführen, und andererseits untermauern, dass Jungschar "cool" ist und nicht bloß was für kleine Kinder.

Was ich mit jüngeren Kindern tun kann, war mir ja noch klar. Aber mit diesem Alter bin ich überfordert. Was wollen die denn überhaupt von mir? Muss ich jetzt ganz anders auftreten?

Nein, es ist und bleibt wichtig, dass du "du selbst" bleibst. Niemand verlangt von dir, dass du dich in Sprache oder Kleidung "anbiederst". Und du bleibst auch für die Kids ein Mittelding zwischen gleichaltrigem/r Freund/in und Erwachsenem/r. Das ist eine ganz besondere Rolle! Also nimm deine Kids - so wie bisher - auch in diesem Lebensabschnitt ernst. Das kann sich beispielsweise darin ausdrücken, dass du sie nicht mit "Kinder" ansprichst.

Was sie nun wollen, kann man einerseits erfragen. Andererseits warst du ja auch mal in dem Alter. Es stimmt zwar, dass sich die Zeiten rasch ändern und man nicht unbedingt von der eigenen Kindheit auf die heutige schließen darf, aber dennoch können einige Ideen zu Tage treten, wenn du dich einfach an jene Zeit zurückerinnerst und aus dem Hirn hervorholst, was dir damals wichtig war. Unterstützend dabei können CDs, Photos, Geschenke, Poster, Tagebücher, Computerspiele,... sein.

Ich würd' ja gerne was mit 11 bis14-Jährigen machen. Aber sie sind in der Pfarre gar nicht vorhanden.

Nun, das kann viele Gründe haben. Von der Zeit, die die Schule oder der Anfahrtsweg dorthin fordert, bis zur Einstellung von Kids, dass das ja nur was für die Kleinen ist, oder dass Kirche völlig uncool ist. Daher kann es auch kein Patentrezept geben, in den seltensten Fällen aber werden im Religionsunterricht ausgeteilte Gruppenstundeneinladungen Früchte tragen.

Wenn es für jüngere Kinder schon Jungschar gibt, so kann es schon reichen, "Abbrösel"-Tendenzen rechtzeitig zu erkennen und im Sinne der Antwort auf die erste Frage zu reagieren. Denn an neue Kids heranzukommen ist weit schwieriger. Manchmal kann über ein Event (z.B. von Profis geleitetes Kirchturmkraxeln für 11 bis 14-Jährige) ein Erstkontakt hergestellt werden, der vielleicht zu anderen Projekten führt, deren Teilnehmer/innen dann zu einer Gruppe wachsen können.

Helmut Habiger