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Einführung

Ministrieren ist für Mädchen und Buben eine aufregende Sache und herausfordernd obendrein. Geht es doch darum, sich in ein Ritual einzufügen, dessen Regeln kennen zu lernen, eine bestimmte Rolle zu übernehmen und diese gut auszufüllen. Die Gefahr, sich dabei zu „blamieren“ ist für die Kinder groß: Sie stehen im Rampenlicht, viele Augen sind auf sie gerichtet – und die feiernde Gemeinde merkt sofort, wenn etwas falsch gemacht wird. Im besten Fall löst das ein wohlwollendes Schmunzeln aus, im schlechtesten droht eine Standpauke in der Sakristei. Kein Mädchen, kein Bub will sich dem aussetzen. Es liegt im Ehrgeiz der Kinder, ihre Rolle als Ministrant/innen so gut als möglich auszuführen und dafür dann auch von den Erwachsenen entsprechende Anerkennung zu bekommen.

Eines darf dabei nicht übersehen werden: Unsere Liturgie ist ein Ritual, das dem religiösen Verständnis und dem religiösen Ausdruck von Erwachsenen entspricht. Also für Mädchen und Buben ebenso fremd ist, wie vieles in unserer Gesellschaft, das wir als „Welt der Erwachsenen“ bezeichnen, in die Kinder erst nach und nach hineinwachsen. Damit sie sich darin auch gut zu Recht finden, braucht es eine entsprechende Einführung. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass das, was die Kinder dabei „verstehen“ nicht unbedingt dasselbe ist, was wir Erwachsene meinen, denn ihre religiösen Vorstellungen und Ausdrucksformen sind – entwicklungsbedingt – andere als unsere.

Der Dienst als MinistrantIn muss den Mädchen und Buben also erklärt werden und die Bewegungs- und Handlungsabläufe im Gottesdienst müssen geübt werden. Darüber hinaus geht es darum, Übersetzungsarbeit für die religiösen Ausdrucksformen Erwachsener zu leisten. Es ist zu erwarten, dass das religiöse Tun der Frauen und Männer bei den Kindern gelegentlich Unverständnis, Heiterkeit oder auch Befremden auslösen kann. Derartiges muss Thema in der Vorbereitungsarbeit sein, nicht in dem Sinn, dass die Kinder dazu gedrängt werden das Verhalten der Erwachsenen zu übernehmen, sondern mit dem Ziel, Aufmerksamkeit und Respekt füreinander zu entwickeln.

 

 

Zwei Ministranten bringen Kelch und Hostienschale