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Wie erleben die Opfer sexualisierte Gewalt?

Gewalthandlungen von Erwachsenen an Kindern haben grundsätzlich zerstörerische Wirkung und sind durch nichts zu rechtfertigen. Das gilt in besonderer Weise gerade auch für sexualisierte Gewalthandlungen. Sie zerstören die Seele des Mädchens oder des Buben.
Dementsprechend lange andauernd und – wenn überhaupt – nur sehr schwer therapierbar sind die Leidensfolgen für die Opfer, die je nach Persönlichkeit ganz unterschiedliche Formen und Ausmaße annehmen können. Das Leiden dieser Frauen und Männer dauert daher oft bis ins hohe Erwachsenenalter an. 

Für viele Opfer ist die Traumatisierung so stark und die erfolgte sexualisierte Gewalthandlung mit so viel Scham verbunden, dass ein Reden über die Tat lange Zeit gar nicht möglich ist. Gerade weil sexualisierte Gewalt zum Ziel hat, Macht über das Kind auszuüben, fühlen sich Opfer ohnmächtig und in vielen Fällen auch mit"schuldig". Mädchen und Buben schweigen sicher auch auf Grund der Drohungen des Täters, aber ebenso auch aus Angst vor der Schande, aus einem Rest von Scham, Selbstschutz und Selbstachtung heraus.

Typisch für das Erleiden von sexueller Gewalt ist, dass Opfer das Gefühl haben, vom Täter nicht nur manipuliert zu werden, sondern auch unter seiner beständigen Kontrolle zu stehen. Die manipulative Macht der Sexualität, die ein Täter gezielt einsetzt, zerstört das erwachende und wachsende erotische Empfinden der Mädchen und Buben und trägt zu einem destruktiven sexuellen Empfinden und sexuellem Tun im Erwachsenenalter bei.

Weil in den meisten Fällen der Täter als sehr "mächtig" erlebt wird (Vater, Erzieher, Lehrer, Pfarrer, …) und zugleich als eine im öffentlichen Leben angesehene Person gilt, haben Kinder das Gefühl - und machen leider auch oft genug die Erfahrung - dass ihnen in der Sache nicht geglaubt wird. Das lässt sie über Jahre und Jahrzehnte hinweg schweigen.

Gerade für Kinder und Heranwachsende, die Opfer von Gewalt in welcher Form auch immer geworden sind, muss es kostenlose Therapieplätze geben, damit ein frühzeitiges Reden über das Erlebte in einem geschützten Rahmen und unter professioneller Begleitung möglich wird.