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Prävention

Sexualisierte Gewalt an Mädchen und Buben so gut es geht zu stoppen oder zu verhindern ist ein zentrales Anliegen in der Arbeit der Katholischen Jungschar. Eine zielführende Präventionsarbeit geht dabei in mehrere Richtungen:

a) Stärkung der Persönlichkeit der Mädchen und Buben

Was immer in der Jungschar getan und unternommen wird, hat zum Ziel, Mädchen und Buben in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu stärken:

  • indem jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit angesprochen und ernst genommen wird

  • indem die Begegnungen untereinander respektvoll gestaltet werden und die Mädchen und Buben lernen "Nein" zu sagen und ein "Nein" der/des anderen zu achten.

  • indem Erwachsene dazu angehalten werden, den kritischen "Eigensinn" der ihnen anvertrauten Kinder zu fördern und für alles, was sie an Einstellungen oder Verhaltensweisen den Mädchen und Buben abverlangen, gut begründete Rechenschaft abzugeben.

b) Aufklärung und Enttabuisierung

Sexualisierte Gewalt kann dort am besten zurückgedrängt werden, wo Mädchen und Buben über die Sachverhalte gut aufgeklärt sind und auch über Sexualität und ihre "dunklen Seiten" in passender Weise gesprochen werden kann.

c) Sensibilisierung der Mitarbeiter/innen

Gruppenleiter/innen der Katholischen Jungschar können dann in guter Weise präventiv tätig sein, wenn sie sich selbst mit allen relevanten Fragen zu sexualisierter Gewalt auseinandersetzt haben und dieses Thema im Mitarbeiter/innenkreis beständig reflektieren. Das schärft die Aufmerksamkeit für die Mädchen und Buben und erhöht auch die kritische Sensibilität für das eigene Reden und Tun. Dort, wo in der Gruppe der Erzieher/innen oder Betreuer/innen das konkrete Verhalten den Kindern gegenüber einer regelmäßigen kritischen Reflexion unterzogen wird, können sexualisierte Gewalthandlungen leichter aufgedeckt und verhindert werden.

d) professionelle Vernetzung

In der konkreten Konfrontation mit einem Fall sexualisierter Gewalt kommt es oft zu zwei nicht unbedingt förderlichen Spontanreaktionen: Ungläubiges Verdrängen oder unbedachter Aktivismus. Beides ist für das Opfer wenig hilfreich und führt oft nur dazu, dass der Täter seine Macht über die/den Betroffene/n verstärkt.
Wenn man von einem Kind ins Vertrauen gezogen wird, dann ist es in jedem Fall ratsam, selbst Hilfe bei einer anerkannten Facheinrichtung oder Beratungsstelle zu suchen und ein allfälliges Aktivwerden mit kompetenten und vertrauenswürdigen Fachleuten in Ruhe zu beraten.

Eine entsprechende Beratungseinrichtung findet sich sicher auch in Diener Nähe.

e) Verhaltensregeln?

Die Vereinbarung von speziellen Verhaltensregeln z.B. für die Arbeit mit Jungschargruppen ist nur eine bedingte Möglichkeit, sexualisierte Gewalttaten zu verhindern.
In erster Linie geht es darum, dass alle jugendlichen und erwachsenen Mitarbeiter/innen über eine entsprechende Grundqualifikation für den erzieherischen Umgang mit Mädchen und Buben verfügen. Wichtig ist, dass Mitarbeiter/innen vorwiegend im Team arbeiten und auch die Möglichkeit zu kollegialer Praxisreflexion nützen. Teambesprechungen sollten demnach immer auch Reflexionseinheiten beinhalten, bei denen der eigene Umgang mit den Kindern zur Sprache kommt und hinterfragt werden kann. Daraus sollten sich eigentlich Umgangsformen und Verhaltensweise ergeben, die für einen guten, die Persönlichkeit stärkenden Umgang mit Mädchen und Buben heute selbstverständlich sein sollten.