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Internet

Die Katholische Jungschar Österreichs betrachtet das Internet als wichtiges Kommunikationsmedium, das für die Menschen Chancen aber auch Risken bietet. Wir sehen es als unsere Aufgabe, in der Jungschar beide Aspekte gleichwertig zu berücksichtigen.

Für die Arbeit mit den mehr als 10.000 ehrenamtlich arbeitenden GruppenleiterInnen gibt uns das Internet die Möglichkeit, Informationen rasch und ohne zusätzliche Kosten zu verbreiten. Dieses Service ersetzt aber weder persönliche Beratung noch persönliche Schulung, sondern ist eine wichtige Ergänzung unserer bisherigen Arbeit. Gleichzeitig wollen wir im Rahmen der  Weiterbildungen der GruppenleiterInnen vermehrt die Chancen und Risken des Internets zum Thema machen.

Für die Arbeit mit den Kindern ist uns wichtig, dass sie sich im Rahmen der Jungschar mit den Vor- und Nachteilen des Internets auseinandersetzen und in der Informationsflut zurechtfinden lernen.

Die persönliche Beziehung, die zwischen den Kindern im Laufe der Zeit in den Jungschargruppen entsteht, ist für uns aber eine immer wichtiger werdende Komponente in der heutigen Zeit. Auch unser Ziel, Kindern einen lebendigen und frohmachenden Glauben zu vermitteln, kann nur im persönlichen Kontakt geschehen und ist nicht über die Neuen Medien vermittelbar. Daher betrachten wir Jungschararbeit als wertvolle und sinnvolle Alternative zum einsamen Sitzen vor dem Computer. Wir wollen Kinder über den persönlichen Kontakt ansprechen und kein umfassendes Angebot für Kinder im Internet aufbauen. Nur dort, wo es für die konkrete Arbeit mit den Kindern in der Gruppe notwendig und sinnvoll ist, bieten wir ein entsprechendes Internet-Service an.

Das Internet gehört mittlerweile zum Alltag der Kinder, die virtuelle Welt des WorldWideWeb beeinflusst uns alle, und neue Chancen weltweiter Kommunikation und interkulturellen Lernens tun sich uns auf.

Daher ist es wichtig und notwendig, dass sich Kinder die Kompetenz für den Umgang mit den Neuen Medien aneignen. Die Gefahren und Risken im weltweiten Datennetz stellen dabei Eltern und PädagogInnen vor neue Herausforderungen in der Begleitung und Erziehung der Kinder. Dafür bedarf es entsprechender gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

Die Katholische Jungschar Österreichs fordert daher ...

Die Ausweitung pädagogisch sinnvoller Online-Angebote für Kinder (im Sinne der Entwicklung von Standards)

  • Förderung von kindgerechten nichtkommerziellen Angeboten für Kinder im WorldWideWeb (unter anderem von kooperativen Spielangeboten)
  • Verbesserung des Schutzes, ohne dabei die Rechte der Kinder einzuschränken
  • Förderung von Filtersoftware gegen „gefährdende“ Inhalte ohne Überwachung der Kinder
  • Keine getarnten betrügerischen Internetangebote für Kinder, welche primär dem Verkauf von Produkten dienen.
  • Kostenpflichtige Serviceleistungen im Internet müssen als solche deklariert werden und klar, eindeutig ersichtlich und übersichtlich aufscheinen
  • Sensibler Umgang mit persönlichen Informationen (Datenschutz)

Die Intensivierung medienkritischer Erziehung an Österreichs Schulen

  • Umfassende medienpädagogische und -didaktische Qualifikation der Lehrpersonen
  • Bewusster Einsatz der Neuen Medien im Unterricht nach pädagogischen und didaktischen Kriterien
  • Einübung von Lesefähigkeit, Skeptizismus und Kritikfähigkeit als Voraussetzung für einen sinnvollen Einsatz des Internet. Nur so können Kinder die richtigen Fragen stellen und an brauchbare Informationen im Internet gelangen.
  • Kommunikation und Begegnung abseits moderner Medien als kritisches Korrektiv
  • Gleichmäßige und bessere Ausstattung der Schulen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien

Die Förderung von Informations- und Beratungsangeboten für Eltern
(möglich als stärkere Integration des Themas Internet in bereits bestehende Einrichtungen der Elternberatung)

  • Erstellung von Informationsmaterial für Eltern und Erziehende zum Thema Internet
  • Kritische Zusammenstellung von empfehlenswerten Sites
  • Hilfestellung für Eltern in Wahrnehmung ihrer Funktion als BegleiterInnen ihrer Kinder in der virtuellen Welt

Die gerechte Verteilung der Chancen

  • Sicherstellung qualitativ gleichwertiger schulischer Ausbildung auch für sozial bzw. finanziell Schwache (inzwischen ist ein Computer meist Vorraussetzung für die Schule à für viele Familien bedeutet dies eine erhebliche Belastung des Haushaltsbudgets)
  • Schaffung von Möglichkeiten, dass auch Menschen/Kinder ohne Internetzugang alle relevanten Informationen für ihr Leben erhalten.

Beschlossen von der Bundesleitung der Katholischen Jungschar Österreichs im Februar 2003 (Aktualisierung im Februar 2008)

Weitere Infos: Jungschararbeit im Netz. Tipps und Tricks für die Arbeit mit Jungschar- und Ministrant/innengruppen