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Kinderstudie: wichtige Themen

Präsentation der Kinderbefragung, 24. März 2004

Statement von Dr. Gerald Faschingeder, Vorsitzender der Katholischen Jungschar Österreichs

Sechs Kinder haben nun ihre Wünsche formuliert. Das nimmt uns als Kinderorganisationen in die Pflicht, in diesen Wünschen auch Forderungen zu erblicken, die wir hiermit Ihnen, sehr geehrte Frau Staatssekretärin, als Vertreterin der Österreichischen Bundesregierung, präsentieren wollen.

Ich greife drei Themen heraus, die mir ein besonderes Anliegen sind:

1. Armut:
Wir wünschen, dass der Staat ein besonderes Augenmerk auf Kinder legt, die auch in Österreich akut armutsgefährdet sind. Armut kann schwerwiegende Folgen für die Entwicklung eines Kindes haben, deshalb fordern wir Maßnahmen, die Kinder und deren Familien aus der Armutsspirale holen können, wie zum Beispiel eine bedarfsorientierte Mindestsicherung oder Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Kinder zu haben darf nicht einer gesteigerten Armutsgefährdung gleichkommen.

2. Bildung:
Schule muss für Kinder ein Ort sein, an dem sie ohne Angst Spaß am Lernen finden können. Die Mädchen und Buben sollen Schule als einen ganzheitlich auf sie ausgerichteten Lebensraum erfahren können, in dem sie Kinder bleiben dürfen und in ihrer Menschenwürde geachtet werden. Kürzungen der Schulstunden dürfen nicht zu Ungunsten der Kinder passieren, also nicht in den Gegenständen, die für die Entwicklung der Kinder wichtig sind, wie z.B. Sport/Bewegung.

Weiters fordern wir, dass der Zugang zu qualitätsvoller Bildung für alle Kinder gewährleistet sein muss und nicht von der Höhe des elterlichen Einkommens abhängig gemacht werden darf. Der Vorrang von Allgemeininteresse wie beste Qualität, solidarische Finanzierung und demokratische Mitbestimmung muss weltweit gegenüber den Interessen profitorientierter privater Bildungsanbieter/innen gesichert sein. Wir verstehen diese Forderung als Unterstützung der Stopp-GATS Kampagne.

3. Partizipation:
In der Politik fordern wir die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen bei allen sie betreffenden Angelegenheiten und daher auf allen politischen Ebenen. Wir fordern vor allem auf kommunaler Ebene qualitative Kinderbeteiligungsmodelle.

Partizipation muss Prinzip in allen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen, aber auch in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit sein. Je eher Kinder und Jugendliche demokratische Prozesse verstehen und kennen lernen und ihnen ihre Einflussmöglichkeiten bewusst werden, desto aktiver werden sie sich in die Gestaltung ihres Lebensumfeldes einbringen können. Die Förderung von konkreten Mitbestimmungsprojekten verschiedenster Art und Weise scheint in diesem Zusammenhang sinnvoll und notwendig. Eine Maßnahme könnte die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre auf allen politischen Ebenen sein.

Statement Dr. Gerald Faschingeder, Vorsitzender der Katholischen Jungschar Österreichs