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Kinderstudie: 25.000 Wünsche

Sehr geehrte Präsidenten des Österreichischen Nationalrates!
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin!

25.000 Wünsche haben österreichische Kinder über den letzten Sommer hinweg formuliert und wir sind heute hier, gemeinsam mit einer Delegation dieser Kinder, um Ihnen diese Wünsche zu überreichen.
25.000 Wünsche - "na eh kloa!" möchte man sagen, "da geht es um Handies, Game Boys und all diese anderen Sache, die wir Erwachsene noch nicht einmal kennen." Weit gefehlt. Ein solche kulturpessimistischer Blick auf Kinder möge seine Aufklärung erfahren im Blick auf die tatsächlichen Forderungen. Kinder protestieren gegen Krieg und Gewalt, sie fordern Maßnahmen gegen Armut, sorgen sich um die Umwelt, stellen Forderungen an eine menschengerechte Verkehrplanung. Die Wünsche der Kinder sind keine egozentrischen, egoistischen; es sind vielmehr Forderungen für alle Kinder, für alle Menschen. Sie bezeugen, dass Kinder noch Hoffnung haben, noch zum Hoffen, noch zum Träumen in der Lage sind - eine Tugend, die im politischen Milieu fast nur als Bestandteil von Wahlkampfrhetorik bekannt ist und auch bei Verantwortungsträgern der Kinderverbände eher am Schwinden begriffen ist. Aber ich vertrete hier eine religiöse Organisation und als Katholische Jungschar sind wir von Konfession wegen angehalten, nicht aufzuhören, von einer anderen Welt zu träumen. Wir tun dies, auch wenn nun bereits seit bald 14 Jahren die Kinderrechtskonvention nicht den Verfassungsrang bekommt, der ihr zusteht - trotz aller Bekenntnisse von PolikerInnen aller Couleurs. Und die Chancen sind angesichts der aktuellen Debatten um die Verfassungsreform keineswegs besser geworden, denn hier dominiert die Forderung, eine reine "Spielregelverfassung" einzurichten, die vor allem das Funktionieren des Staates beschreibt, und dabei diese lästigen, so vielfältigen und uneinheitlichen Grundrechte draußen zu lassen.
Wir träumen dennoch weiter, weil auch Kinder träumen und weil Kinderstimmen für uns als religiöse Menschen prophetische Stimmen sind. Nehmen wir etwa die häufigste Forderung, jene nach Freizeitangeboten, nach Spielplätzen. Hier könnte man versucht sein zu sagen, es geht also doch um Materielles. Ausgerechnet in den Landgemeinden wollen sie Spielplätze, wo es dort doch eh so viel Wald und Wiese gibt. Aber nein, wir können den Wunsch nach mehr Raum auch anderes verstehen: Wo sonst sollte Gesellschaft entstehen, wenn nicht in Räumen der Begegnung, der Kommunikation, des zweckfreien Spiels? Was macht denn eigentlich die Qualität von Gesellschaft aus, wenn nicht die Existenz einer echten Öffentlichkeit, eines öffentlichen Raumes? Wo wir doch wissen, dass das Wort "privat" vom lateinischen privare, berauben kommt. Und zwar nicht, weil die Privatisierer alle andere beraubt, sondern weil sie sich selbst den wesentlichen, des edelsten Zuges eines freien Menschen berauben, nämlich an der Öffentlichkeit teilhaben zu dürfen. Ob es auch wirklich funktioniert und ob der betrag auf der paysafecard wirklich stimmt, hier könnt ihr nun den paysafecardbetrag auswählen, erhältlich in ihrer nähe paysafecard erhalten sie weltweit in online, angebote für ihre einkaufsstätte damit wir ihnen ein für sie passendes angebot zeigen können. Freie Menschen leben in einer öffentlichen Gesellschaft, haben Zugang zu öffentlichen Raum und öffentlichen Ressourcen. "Gott hat alles gratis gemacht" haben uns Kinder einmal formuliert, und die Jungschar hat das dann gleich auf T-Shirts gedruckt. Da ließe sich noch viel anfügen, was die Bereiche Verkehr, Bildung, Gesundheit, Arbeit und vieles mehr betrifft, ich will es gar nicht ausformulieren. Ich bin davon überzeugt, dass all diese 25.000 Wünsche und Forderungen eine utopische Qualität haben, damit aber auch für uns Erwachsene eine Verpflichtung beinhalten. Lassen wir uns anstecken von dieser visionären Qualität, von diesen Traum von einer kinderfreundlicheren Gesellschaft, die eine menschenfreundlichere Gesellschaft sein wird!

Danke.

Gerald Faschingeder

Ansprache des Vorsitzenden der Kath. Jungschar Österreichs, Dr. Gerald Faschingeder, anlässlich der Übergabe der 25.000 Kinderwünsche an die Präsidenten des Österr. Nationalrats