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In der Mitte stehen die Kinder und ihre Rechte

Kinder haben Rechte. Kinderrechte sind spezielle Menschenrechte für alle jungen Menschen unter 18 Jahren. Sie werden nicht verliehen, Kind kann sie nicht verdienen oder verlieren, jedes Kind wird damit geboren.

Am 20. November 1989 wurde die Konvention über die Rechte des Kindes von der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) angenommen. Sie ist der Menschenrechtsvertrag mit der weitreichendsten Zustimmung weltweit: Nachdem Somalia die Kinderrechtskonvention im Jänner diesen Jahres als 194. Staat ratifiziert (anerkannt) hat, gilt sie in allen Ländern außer den USA und dem Südsudan.

Wir Erwachsenen haben die Aufgabe, Kinderrechte zu sichern

Kinderrechte schränken die Rolle der Erwachsenen nicht ein. Sie bedeuten weder Süßigkeiten bis zum Umfallen noch Fernsehen bis in alle Ewigkeit. Sie bedeuten, dass Erwachsene Kinder ernst nehmen und sie „angemessen entsprechend ihrem Alter und ihrer Reife“ bei Entscheidungen einbeziehen sollen.

Die Katholische Jungschar Österreichs betreibt aktiv Bewusstseinsarbeit für die Kinderrechte. Aber noch vielmehr sehen wir die Kinderrechte als Handlungsanleitung, als alltäglichen Leitfaden für das Miteinander. Das Recht auf Mitbestimmung, das Recht auf Schutz oder das Recht auf ein gutes, sorgenfreies Leben sollen zur Selbstverständlichkeit für alle Kinder werden.

Jede Form von Gewalt verletzt die Würde des Kindes

Wie sehr Kinderrechte auch in Österreich tagtäglich verletzt werden, zeigt sich gerade beim Thema Gewalt gegen Kinder. Im vergangenen Jahr feierte auch das gesetzliche Verbot von Gewalt in der Erziehung in Österreich sein 25-jähriges Bestehen. Doch auch nach einem Vierteljahrhundert weiß mehr als ein Drittel der Erwachsenen nichts von diesem Verbot, wie die aktuelle Studie „Das Recht auf eine gewaltfreie Kindheit – 25 Jahre gesetzliches Gewaltverbot – eine Zwischenbilanz“ des BMFJ und der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs zeigt. Außerdem ist etwa jede/r Dritte der Ansicht, eine Ohrfeige habe noch keinem Kind geschadet. Ein „kleiner Klaps“ ist sogar für fast die Hälfte der befragten Personen immer noch ein voll oder teilweise adäquates Erziehungsmittel. Der Entzug von Vergnügen wird von über 50% der Befragten als adäquates Erziehungsmittel gesehen. Die breiteste Zustimmung als gebilligte Erziehungsmittel erfahren Böse sein, tadeln, schimpfen und schreien.

In öffentlichen Aussagen und Debatten der letzten Monate sprechen sich bekannte Persönlichkeiten immer wieder für angeblich „harmlose“ gewaltsame Erziehungsmethoden aus. Und noch immer kommt es auch in Österreich vor, dass Kinder in hohem Ausmaß körperlicher, seelischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt sind, vernachlässigt, geschlagen, gequält oder misshandelt werden.

ich bin unschlagbar!

Rund um den 20. November, dem Internationalen Tag der Kinderrechte, führt die Katholische Jungschar Österreichs wie jedes Jahr eine Kinderrechteaktion durch. 2015 widmet sich die Kampagne unter dem Slogan „ich bin unschlagbar!“ dem Thema Gewalt gegen Kinder (Artikel 19 der UN-Kinderrechtskonvention) und setzt es sich – nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse der Studie „25 Jahre gesetzliches Gewaltverbot in der Erziehung“ – zum Ziel, das Bewusstsein für das Gewaltverbot in der Erziehung bei den Österreicherinnen und Österreichern zu erhöhen. An öffentlichen Plätzen im ganzen Land werden Postkarten mit dem Spruch „ich bin unschlagbar!“ und fairen Süßigkeiten verteilt.