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Wo haben wir Platz?

Eine Gruppenstunde für 8 bis 12-Jährige

von Bernhard Binder mit Ideen von Angie Weikmann

Hintergrund

Kinder müssen mit dem Raum zu Recht kommen, den ihnen die Erwachsenen zugestehen. Dabei werden sie kaum gefragt, ob der Raum für sie ausreichend ist bzw. ob sie daran etwas verändern wollen. Auch Mitbestimmung bei diversen Raumplanungskonzepten für Kinder (Kinderspielplätze, Schulklassen, Freizeiteinrichtungen ...) steckt noch in den Kinderschuhen.

Wie viel Raum ein Kind benötigt und ab wann es eng wird, kann in dieser Gruppenstunde ebenso ausprobiert werden wie ein Aufsuchen von Orten, wo sich Kinder gerne und weniger gern aufhalten bzw. was man daran ändern könnte.

Aufbau

Zu Beginn gibt es die Möglichkeit, "Räume" in ihren Begrenzungen zu erfahren, auszuprobieren wie Größenverhältnisse für Kinder wirken und wo genügend Platz ist oder wo es zu eng wird! Dann sucht in eurem Bezirk oder eurer Gemeinde nach Plätzen, Orten etc., wo sich die Kinder gerne aufhalten und wo sie eher weniger gern sind. Im Anschluss daran sammelt ihr die Ergebnisse und überlegt, warum einige Orte für euch schön und andere eben "schiach" sind und ob man daran etwas verändern kann.

Material

  • Kartonschachteln in verschiedensten Größen (von Fernseher bis Waschmaschine oder Kühltruhe)
  • Schnüre in ein, zwei und drei Metermaß, Packpackier auf 1 m² zugeschnitten
  • evt. Scooter, Skateboard
  • für jedes Kind einen kopierten Plan von eurer Gemeinde, eurem Bezirk, eurem Pfarrgebiet (je nach Größe)
  • rote und grüne Klebepunkte
  • ein großer Plan von eurer Gemeinde, Bezirk ...
  • Ich hab Platz!

Zu Beginn

Zu Beginn der Gruppenstunde hast du verschieden große Kartons aufgestellt von Waschmaschinen oder Fernsehern. Die Kinder können nun ausprobieren, ob sie alleine oder zu mehrt in die eine oder andere Schachtel passen und sollen auch feststellen, ob sie noch genügend Platz haben und ab wann es für sie unangenehm und zu eng wird. Ihr könnt mit einem dicken Eddingstift die Zahl vorne drauf schreiben, wie viele Personen maximal in die jeweilige Schachtel passen, so dass es noch angenehm ist für alle!

Lass deine Kinder schätzen, wie groß euer Gruppenraum ist. Dann teile den Kindern Schnüre mit einem, zwei und drei Meter Länge aus und zeige ihnen, wie man den Raum ausmessen kann. Du kannst auch aus Packpapier ein 1 m² großes Quadrat ausschneiden und den Kindern einen Raum (z. B. Pfarrsaal oder ähnliches) ausmessen lassen, wo möglichst wenig Möbel herumstehen.

Nun könnt ihr mit euren "Messgeräten" den Gruppenraum verlassen und versuchen, den Kirchenplatz oder einen anliegenden Spielplatz auszumessen, und dann misst du mit den Kindern die Abstellfläche für Autos! Überlegt gemeinsam wie viel Platz eine Rutsche, ein Kletterturm oder ein Basketballplatz braucht!

Weitere Möglichkeiten für Raumerfahrungsspiele:

  • Wie viele Kinder können auf einem Scooter oder Skateboard stehen und dann auch noch damit fahren?
  • Ihr könnt die Länge eures Kirchturms aus Schüren oder Spagat zusammenstückeln und sehen wo das Ende ist, wenn der Kirchturm liegt. Oder ihr rechnet die Körpergröße aller Gruppenmitglieder zusammen und stellt fest, wie hoch ihr an der Kirchenmauer kommt!
  • Wenn ihr in der Pfarre ein kleines Kammerl habt, könntet ihr auch ausprobieren, wie viele Luftballons man braucht, um dieses zu füllen ...

Auf der Suche nach "schönen" und "schiachen" Räumen

Jedes Kind bekommt einen Plan der Pfarrumgebung, auf dem das Gebiet eingezeichnet ist, in dem sich die Kinder bewegen sollen. Außerdem bekommt jede/r noch rote und grüne Klebepunkte. Nun durchkämmt ihr die Umgebung nach Orten, wo ihr es schön findet, d. h. sich die Kinder wohl fühlen, gerne aufhalten, dort spielen möchten oder es auch welchem Grund auch immer interessant und schön finden, an diesem Ort zu sein. Da sollen die Kinder nun einen grünen Klebepunkt hintun. An jenen Orten, wo sie nicht so gern sind, weil es zu wenig Platz gibt, der Ort zu gefährlich oder ungeeignet für Kinder ist, oder der Zugang verboten ist, ihr das aber nicht nachvollziehen könnt, etc. dort sollen die Kinder am Plan einen roten Punkt hinkleben.

Wenn ihr wieder alle im Jungscharheim seid, tragt ihr in einen größer kopierten Plan alle grünen und roten Punkte ein. Schaut ob die roten oder grünen Punkte überwiegen und stellt fest, ob es in eurer Umgebung genügend Plätze gibt, wo sich die Kinder wohlfühlen, austoben, spielen, herumhängen können.

Was tun?

Jedes Kind kann sich nun 1- 2 "schöne" Orte auswählen und überlegt sich für sich selbst, was es dort am liebsten machen möchte. Das kann dann pantomimisch dargestellt werden und die anderen können erraten, was auf diesen Plätzen gemacht wird.

Gemeinsam überlegt ihr nun, warum die "schiachen" Orte eben einen roten Punkt erhalten haben, warum möchtet ihr dort nicht spielen, euch aufhalten. Wenn noch Zeit ist, könntet ihr auf ein Plakat schreiben, was ihr an diesen Orten verändern möchtet oder ob ihr sie in Zukunft eben eher meidet und euch vorwiegend an den "schönen" Orten aufhält!

Platzwart

Zum Abschluss könnt ihr noch Platzwart spielen. Im Raum stehen einige Sessel und zwar genau um einen weniger als Kinder mitspielen. Alle Kinder sitzen auf einem Sessel. Das Kind, das auf keinem Sessel sitzt, ist der Platzwart. Es geht zu einigen Sesseln und fordert die dort sitzenden Kinder auf, ihm zu folgen. In der Hand hat der Platzwart einen Sack mit Zuckerln. Diese verteilt er an die Kinder, die ihm folgen. Lässt der Platzwart seinen Sack fall, suchen sich alle schnell einen freien Sessel. Wer keinen Sessel findet, ist der neue Platzwart!

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