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Leben ist lernen

Eine Gruppenstunde zur Vorbereitung auf die Jahresaktion für 9 bis 12-Jährige

von Bernhard Binder und Christina Schneider

Hintergrund und Ziel:

Lernen und Bildung wird von vielen Kindern automatisch mit Schule gleichgesetzt. In dieser Gruppenstunde setzen sich die Kinder damit auseinander, wo Bildung passiert, dass lernen Spaß machen kann und ganz unterschiedliche Möglichkeiten und Facetten bietet. Die Kinder sollen erfahren, dass Bildung sich im Lauf der Zeit verändert hat.

Aufbau:

Zuerst werft ihr einen Blick in die Vergangenheit und schaut, wie eure Eltern und Großeltern gelernt haben. Dann nehmt ihr die aktuelle Situation in der Schule unter die Lupe und versucht diese neu zu gestalten, nach euren Bedürfnissen, Wünschen und Träumen. Abschließend bringt ihr gemeinsam in Erfahrung, welche Dinge euch interessieren, die man normaler Weise nicht in der Schule lernt, und was ihr tun müsst, um sie zu erfahren.

Material:
Das Material findest du bei den jeweiligen Schritten.

In der Schule

Schule gestern

Schule hat sich in den letzten 50 Jahren stark verändert. Deswegen wäre es spannend als Einstimmung ein altes Klassenzimmer oder eine alte Schule (wenn es so etwas in eurem Ort gibt, z.B. in einem Heimatmuseum) zu besuchen und gemeinsam zu überlegen, wie hier wohl gelernt wurde. Vielleicht gibt es dort auch alte Hefte und Schulbücher oder deine Eltern oder Großeltern besitzen noch solche. Ihr könnt euch in die Schulbänke setzen und Unterschiede zu heutigen Klassenzimmern herausfinden und überlegen, welche Auswirkungen das auf den Unterricht hatte. Ihr könnt aber auch ältere Leute z.B. eure Großeltern und Eltern befragen, wie sie die Schulzeit erlebt haben und versuchen herauszufinden, was sich alles geändert hat. Fragen für das Gespräch könnten sein:

  • Wie viele Kinder waren in einer Klasse?
  • Woran kannst du dich besonders erinnern?
  • Wie war der Unterricht?
  • Waren die Lehrer/innen streng? Was haben sie gemacht, wenn ihr schlimm wart?
  • Was ist dir in guter Erinnerung?
  • Was findest du heute in der Schule besser als früher?
  • Was war zu deiner Schulzeit besser als heute?

Schule, Klassenzimmer, Traum und Wunsch?

Material: Papierscheibe, Papier, Stifte, evtl. Material für Collagen
Zu Beginn hast du eine runde Scheibe mitgebracht, die in 24 Teile (die Stunden eines Tages) unterteilt ist. Du erklärst den Kindern, dass dieser Kreis einen Tag darstellt. Ihr wollt nun schauen, was so an einem Tag passiert und wie viel Zeit ihr dafür braucht. Diese tragt ihr dann als ein Tortensegment in den Kreis ein. Zuerst zeichnet ihr ein, wie viele Stunden ihr schlafend verbringt. Dann überlegt die Zeit, die ihr zum Essen, Waschen usw. braucht und schließlich die Zeit, die die Kinder im Durchschnitt in der Schule verbringen. Auch sollte hierbei klar werden, dass Kinder nicht nur in der Schule neue Erfahrungen machen, sondern vieles auch außerhalb der Schule lernen. Bei älteren Kindern ist es vielleicht sinnvoll, ein Wochendiagramm zu machen, wo ihr dann genau ausrechnet, wie viel Zeit ihr pro Woche wofür verwendet.

Nachdem bei den meisten Kindern der Schulanteil 1/5 bis 1/3 der Zeit ausmachen wird, erklärst du ihnen, dass es wichtig ist, dass sich jede/r in dieser Zeit wohl fühlt, und du lädst die Kinder ein, sich einmal vorzustellen, wie denn ihre Traumschule aussehen würde und was sie dort machen möchten, wie sie Wissen erwerben wollen, wie sie Fähigkeiten verbessern möchten, aber auch was sie nicht machen möchten in ihrer Schule. Jüngere Kinder wollen das vielleicht eher zeichnen, ältere evtl. gemeinsam eine Collage machen oder auch nur ihre Vorstellungen aufschreiben.

Folgende Fragen können den Kindern weiterhelfen.

  • Welche Einrichtungsgegenstände gibt es? (Tische, Bänke, Kästen, Polster, Teppiche,…)
  • Wie sehen die Wände aus? (Welche Farbe? Gibt es Bilder?…)
  • Was tut der/die Lehrer/in? Wo hält er/sie sich auf?
  • Was wird in dem Raum alles gemacht? Wo? (Spielen, lesen, in Kleingruppen arbeiten, am Computer arbeiten, Blumen betreuen, Essen zubereiten,…)
  • Gibt es die Möglichkeit, sich zurückzuziehen?
  • Gibt es Platz und Zeit zum Laufen und Sich-Bewegen?
  • Gibt es Bücher? Welche?
  • Gibt es Computer? Was wird damit gemacht?

Und wo noch?

Material: Packpapier, Stifte
Schule ist aber nur ein Bereich, wo man interessante neue Dinge erfahren kann. Deswegen sammeln wir nun auf einer Liste alles, was uns noch interessieren würde. Diese Dinge dürfen ruhig auch ein bisschen utopisch sein. Einige Anregungen stehen schon auf der Liste z.B.:

  • ein Baumhaus bauen
  • ein Lagerfeuer machen
  • eine Kuh melken
  • eine Nacht im Freien verbringen
  • barfuss durch einen Bach laufen
  • ein chinesisches Schriftzeichen malen und verstehen
  • eine warme Mahlzeit zubereiten
  • ein technisches Gerät zerlegen und wieder zusammenbauen
  • einem/r Tischler/in oder Mechaniker/in oder Frisör/in,... bei der Arbeit helfen
  • vor vielen Menschen etwas erzählen
  • ein Theaterstück aufführen
  • ....

Wenn die Sammlung beendet ist, überlegt ihr euch nun für einzelne Dinge, welche Voraussetzungen es braucht, um mehr darüber zu erfahren oder es umzusetzen, z.B. ob man andere Kinder oder Erwachsene dafür braucht, wer etwas darüber wissen könnte, ob man spezielle Ausrüstung braucht, wer damit schon Erfahrung hat,...

Wie geht´s weiter?

Ihr könnt euch nun überlegen, ob es Punkte gibt, die einzelne Kinder speziell interessieren und über die sie z.B. bis zur nächsten Gruppenstunde mehr erfahren wollen.
Vielleicht ist auch etwas aufgetaucht, was die ganze Gruppe gerne einmal gemeinsam ausprobieren oder erfahren will. Dann könntet ihr nun alle zusammen überlegen, wie das geschehen kann und was ihr dafür alles benötigt (Ausrüstung, Wissen, Unterstützung, Vorbereitung,...).

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