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Platz da! - wie Kinder zu Recht kommen

Eine Aktion für Kinder, Eltern und die ganze Pfarre

Hintergrund/Ziel

Einen Tag oder einen Nachmittag lang bekommen Kinder das Recht, die Straße nach ihren Regeln zu beleben. Gedacht wäre, eine wichtige Verkehrsstraße oder einen Platz zu einem "Kinderspielplatz" umzufunktionieren. Die Kinder, aber auch die Erwachsenen sollen sich dort frei bewegen können. Ziel ist es, eine Spielfläche zu gestalten, wo alle ungehindert, frei und vor allem auch ungefährdet spielen können. Jedoch sollen auf dem Aktionsplatz nicht bloß Spielgeräte angehäuft werden.

Bei dieser Straßenaktion geht es nicht nur darum, wichtige Verkehrsstraßen zu sperren und den Kindern einen Tag lang zu widmen, sondern auch darum, die Situation der Kinder, die oft auf Spielräume verzichten müssen, aufzuzeigen. Mit dieser Pfarraktion soll klar werden, dass die Belebung der Straße durch Kinder, Jugendliche und Erwachsene wichtig ist. Straße ist nicht nur Verkehrsraum, sondern auch Platz für Kommunikation und Spiel.

Vorbereitung

Diese Aktion ist für einen Nachmittag gedacht. Ihr könnt die Aktion natürlich auch kürzen oder umgestalten.

Es sind einige rechtliche Dinge zu klären, die im vorhinein geregelt werden müssen. Vereinbart mit eurer Gemeinde, ob es möglich ist, die ausgewählte Straße für die Dauer der Veranstaltung zu sperren. Außerdem bedarf es dazu der Genehmigung der zuständigen Polizeidienststelle, damit ein reibungsloser Ablauf gesichert ist. Vergesst bitte nicht, dass ihr die Aufsichtspflicht tragt. Darum ist es umso wichtiger, die Genehmigung zu haben.

Geht einmal eine Runde durch euren Ort bzw. durch eure Stadt, um mögliche Straßen und Plätze für die Aktion zu begutachten. Solltet ihr euch für eine Straße entschieden haben, holt die Genehmigung bei der Polizeidienststelle ein.

Nun könnt ihr beginnen, die Veranstaltung vorzubereiten und euer Vorhaben bekannt zu machen. Ein Flugblatt wäre zum Beispiel eine gute Möglichkeit, die Veranstaltung anzukündigen. Ihr könnt eure Aktion auch in eurer Regionalzeitung, in der Kirche, in einer Gemeindezeitschrift, etc. ankündigen, sodass möglichst viele davon Bescheid wissen. Bei der Veröffentlichung könnt ihr darauf hinweisen, dass diese Aktion nur einmalig ist, damit nicht "die Befürchtung" entsteht, dass die Straße länger gesperrt wird.

Ob ihr auch Verpflegung anbietet, bleibt euch überlassen. Bedenkt nur, dass man dafür viele HelferInnen braucht, die Essen und Trinken mitbringen, Bänke aufstellen, ...

Achtet darauf, dass ihr das Ziel eurer Aktion nicht aus den Augen verliert und es nicht ein Volksfest für Erwachsene wird!

Der Aktionstag - Platz da! - wie Kinder zu Recht kommen

Der Nachmittag selbst könnte so ablaufen:

Begrüßung

Zuerst werden die Gäste begrüßt und der Ablauf der Aktion vorgestellt. Hier könnt ihr auch auf die Jahresaktion der Katholischen Jungschar zum Thema "Platz da! - wie Kinder zu Recht kommen" hinweisen, die in allen Pfarren ganz Österreichs durchgeführt wird.

Spielbetrieb

Anschließend könnt ihr verschiedene Spielstationen anbieten.

Besonders geeignet sind überdimensionale Spiele, die viel Platz benötigen:

  • Bierkistenmühle
  • Erdball
  • Bierkistenklettern (Sicherung zwischen Bäumen, ständige Betreuung durch eine kompetente Person notwendig!)
  • Riesenmikado

Verschiedene Brettspiele in überdimensionaler Form wie z.B.

  • Großes Schach
  • Großes Mikado
  • Großes 4 Gewinnt
  • Würfelspiele (vielleicht könnt ihr sogar einem überdimensionalen Würfel auftreiben)
  • Luftburg

Natürlich könnt ihr auch andere Spielstationen anbieten. Beispielsweise:

  • Tempel hüpfen
  • Seil drehen
  • Murmelspiele
  • Kreisspiele
  • Tänze
  • Zirkusspiele wie Jonglieren, Seiltanzen,.. aber auch
  • Mandalas zum Bemalen
  • Spiele mit Wasser (etwas aus einem Becken angeln,..)
  • verschiedenste Brettspiele
  • Millionenshow, aber auch

Spiele, in die ihr auch eure Umgebung miteinbeziehen könnt wie zum Beispiel:

  • Auf Straßenbahnschienen balancieren
  • Scooterfahren im Kreisverkehr
  • Parcours am Kirchenplatz
  • Peilwandern durch die Stadt: Eine gerade Strecke ohne abzuweichen gehen und mit den Hindernissen kreativ umzugehen
  • Mit den Kriterien eines Kinderblicks durch die Stadt gehen

Outdoor-Spiele wie

  • Low Elements (Höhe 49-60 cm über dem Boden) die man zu zweit, zu viert oder alleine bewältigen kann
  • Seilbrücke, Seilrutsche (aufwendig zum Aufbauen, mind. 2 Leute für Sicherheit notwendig!)
  • Blind ein Labyrinth durchschreiten (drinnen finden sich Dinge zum Schmecken, Greifen, Riechen,..)
  • Blind Trail (blind ein gespanntes Seil entlanggehen, man kommt zu Stationen, wo man fühlen, tasten, riechen kann)
  • Mehrere Passanten müssen gemeinsam eine schwere Kiste aus einem abgesperrten Bereich bergen. Mit Seilen wird die Kiste gemeinsam herausgehoben. (Ein Schatz ist drinnen.)
  • Bambusquadrat (Mehrere Menschen klemmen Bambusstäbe zwischen ihre Körper z.B. Brust der hinteren Person und Rücken der vorderen Person. Ohne die Hände zu benutzen, versuchen sie eine Strecke zu gehen, ohne dass die Stäbe hinunterfallen.)
  • Swinging Tires (Auf aufgehängten Autoreifen muss man eine Strecke schwingend überqueren. Man könnte auch ein Cargonetz spannen, über das man klettern muss.)
  • Fledermaus (Zwei Passanten, einer lotst durch Sprache den anderen (blind) durch Hindernisse.)
  • Mine Sweeper (Großes Schachbrett - Es gilt den einzigen richtigen Weg zu finden.)
  • Transportable Feuerstelle (Auf einer transportablen Feuerstelle brennt ein Lagerfeuer und man kann sich Steckerlbrot und Würstel grillen.)
  • Rollrasen, auf dem zum Picknicken eingeladen wird

Eurem Einfallsreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt. Es müssen auch nicht nur Spiele sein, sondern ihr sollt den Kindern einfach die Möglichkeit bieten, sich so zu beschäftigen, wie sie es gerne tun würden.

Die Stationen werden am besten in einer Gruppenstunde gemeinsam mit den Kindern vorbereitet. Wenn die Kinder entschieden haben, was sie gerne tun würden, könnt ihr euch überlegen, was ihr an Material benötigt.

Auch die Eltern sollen die Möglichkeit haben, ihre Wünsche bezüglich Spielräume für Kinder zu äußern. Vielleicht könnt ihr ein riesiges Plakat organisieren, das als sogenanntes "schwarzes Brett" dienen soll. Die Eltern könnten anstatt Plastikstiften kindgemäße Fingerfarben, Wasserfarben oder Spraydosen verwenden.

Abschluss

Es wäre natürlich toll, wenn eure Aktion auch über euren Ort oder eure Stadt hinaus bekannt werden würde. Schickt doch einfach eine Einladung an regionale Zeitungen oder Radiostationen. Macht auch einige Fotos von eurer Aktion, denn diese landen oft schneller in Zeitungen als lang geschriebene Artikel.

Für die Kinder kann es ein Erlebnis sein, die Straße einmal zu benützen, wie sie es möchten - ohne Gefährdung durch Autofahrer.

Fazit: So ein Tag verändert die Situation natürlich nicht grundlegend, aber es ist eine Möglichkeit, auf die eingeschränkten Spielräume für Kinder hinzuweisen und zu zeigen: So könnte es auch sein!

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