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Grundsätzliches zu Spielen

Neben Festen, Ausflügen, etc. nehmen Spiele den größten Teil beim Programm für alle ein. Dieses Kapitel beschäftigt sich daher mit Spielen. Zunächst geht es um einige Punkte, die grundsätzlich zu beachten sind. Anschließend sind einige Grundtypen von Spielen beschrieben.

Worauf bei Spielen auf dem Lager geachtet werden sollte

Miteinander spielen und nicht gegeneinander

Wie auch für alle anderen Spiele, die in der Jungschar eingesetzt werden, gilt für die Spiele auf dem Lager: Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, gemeinsam Spaß zu haben und "aktives Miteinander" zu erleben. Dieses "Miteinander" darf sich nicht gegen andere richten. Spiele dürfen niemals Züge eines Kampfes, einer Grundhaltung des Gegeneinanders haben.

Spielen hat einen Wert an sich. Es ist die intensivste Beschäftigung für Kinder. Daher darf es nicht darum gehen, wer (welche Gruppe) eine Aufgabe in einem Spiel besonders gut oder schnell erledigt. Wenn ein Spiel nur dann funktioniert und darauf aufbaut, daß es zum Schluß eine Siegerin gibt, dann ist es ein schlechtes Spiel und für unsere Ziele (gemeinsam etwas Tun und Spaß haben) nicht geeignet. Es soll nicht um ein Ergebnis gehen, sondern das Tun soll im Vordergrund stehen und attraktiv für die Kinder sein.

Das heißt aber nicht, daß es im Rahmen der Spielgeschichte nicht auch ein Spielziel geben darf, z.B. das Finden eines verlorengegangenen Schatzes oder von verschwundenen Personen, das Sammeln von Zutaten für ein Festessen, der Versuch, einer vorgegebenen Figur ähnlich zu werden, die Erlangung eines Ausweises über die absolvierte Detektivschulung, die Gestaltung eines Werbeprospekts über den Ort, die Erforschung der Umgebung, etc.

Das Spielziel sollte allerdings von allen gemeinsam erreicht werden, darf nicht Parteiendenken forcieren und keine von anderen festgesetzten Erfolgskriterien für die Spielerinnen beinhalten. Trotzdem können natürlich z.B. notwendige Informationen, Gegenstände oder Personen von unterschiedlichen Gruppen gesucht und zusammengetragen werden oder unterschiedliche Gruppen zum Schluß ihre Beiträge präsentieren.

Wenn die GruppenleiterInnen Angst haben, daß die Kinder sonst nicht zum Spiel animiert werden können bzw. einen zusätzlichen Anreiz brauchen und daher das Ziel vorgeben, möglichst viele Punkte zu sammeln, damit zum Schluß ein Kind (oder eine Gruppe) als Siegerin ermittelt werden kann, spricht das eigentlich gegen das Spiel. Außerdem könnte man an die Sache anders herangehen. Beispielsweise könnten die Kinder bei jeder besuchten Station eine Murmel bekommen, eine Perle für ihr Armband, etc.

Übrigens: Traditionen sind sehr beharrlich und können auch nur langsam und schrittweise verändert werden. Wenn Ihr die Spielkultur auf Eurem Lager ändern wollt, dann tut das nicht radikal von einem Jahr auf das nächste. Kinder brauchen Sicherheit und Geborgenheit, und die wird ihnen nicht geboten, wenn auf einmal alles anders läuft. Daher werden sie der neuen Art des Spielens wahrscheinlich zunächst skeptisch gegenüberstehen, vielleicht auch Widerstand leisten und das Gewohnte einfordern.

Laßt Euch dadurch aber nicht ganz abschrekken, sondern versucht, die Kinder zu verstehen und bietet zunächst einmal z.B. eine Mischung von gewohnten und neuen Spielen oder verändert Eure traditionellen Programmpunkte schrittweise.

Information und Animation

Zu Beginn eines Spiels werden die Kinder in das Spiel eingeführt und über den Ablauf und das Spielziel informiert. Dabei soll den Kindern Lust auf das Spiel gemacht werden und es soll für alle klar werden, was sie erwartet. Das geschieht am besten möglichst animativ, z.B. dadurch, daß eine Figur aus dem Spiel auftritt, den Kindern einen Gegenstand mitbringt (z.B. Brief, Unterlagen für die Gruppen, ...) und die Spielgeschichte erklärt.

Während des Spiels sollte es immer eineN SpielleiterIn geben, die die Anlaufstelle für alle Fragen und Wünsche der Kinder ist, alles erforderliche Material bereithält und bei der es auch ein kleines Buffet gibt. (Gleichzeitig sollte die Spielleiterin den Überblick über das Spielgeschehen bewahren. Falls möglich, ist es sinnvoll, eine zweite Person zu haben, die keine tragende Rolle in dem Spiel hat und sich daher durch das Spielgebiet bewegen und die Spielleiterin unterstützen kann.)

Ein ansprechender, attraktiver Titel (für Ankündigung wichtig) kann den Kindern Lust auf das Spiel machen. Weiters gehört zur Animation die liebevolle Gestaltung der Materialien, die in ausreichendem Maß vorhanden sein sollen. Kinder lieben auch diverse Figuren, die bei einem Spiel vorkommen, besonders wenn sie entsprechend verkleidet sind. Außerdem kann es auch für Gruppenleiterinnen sehr lustvoll sein, sich für ein Spiel detailreich zu verkleiden und zu schminken.

Gruppenbildung

Bei vielen Spielen teilen sich die Kinder in Gruppen, die gemeinsam z.B. verschiedene Aufgaben erledigen, Stationen besuchen, etc. Für die Gruppenbildung gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Die Kinder finden sich selbst zu Gruppen zusammen

Das passiert am besten dadurch, daß sich jene Kinder, die gemeinsam eine Gruppe bilden wollen, zusammenstellen. Sinnvoll ist es, den Kindern zu sagen, wieviele Mitglieder eine Gruppe haben sollte, was abhängig davon ist, wieviele Gruppen man haben möchte. (Zu sagen, wieviele Gruppen gebildet werden sollten, stiftet nur Verwirrung.)

Diese Vorgangsweise hat den Vorteil, daß jede selbst entscheiden kann, mit wem sie zusammensein will. Wichtig ist, die Kinder bei ihrem Gruppenfindungsprozeß nicht zu hetzen, sondern ihnen genug Zeit zu geben, bis alle in einer Gruppe ist, in der sie gerne sein wollen. Gruppenleiterinnen sollten den Gruppenbildungsprozeß unterstützen und darauf achten, daß nicht Kinder übrigbleiben.

Wenn Gruppenleiterinnen während des Spiels bei jeweils einer Gruppe bleiben, kann die Gruppenbildung dadurch passieren, daß sich die Kinder den Gruppenleiterinnen zuteilen oder daß sich zuerst die Gruppen finden, die sich danach eine Gruppenleiterin aussuchen.

Zufällige Gruppenbildung durch Losen und durch das Leitungsteam vorgegebene Gruppen

Es können Gruppen auch dadurch gebildet werden, daß die Kinder z.B. verschiedenfärbige Zettel, Zettel mit Zahlen oder verschiedene Gegenstände bekommen und jene in einer Gruppe sind, die jeweils gleiche Zettel/Gegenstände haben. Oder es wird von den Gruppenleiterinnen vorgegeben, wer mit wem in einer Gruppe sein soll.

Diese Methoden halten wir nicht für sinnvoll, weil den Kinder damit die Freiheit genommen wird, selbst zu entscheiden, mit wem sie während des Spiels zusammensein wollen. Möglicherweise können sie das Spiel dann nicht so genießen und fühlen sich nicht so wohl.

Ist für das Spiel eine bestimmte Gruppenzusammen-setzung wichtig (z.B. jeweils Jüngere und Ältere zusammen), kann man den Kindern dies als Wunsch für ihre eigene Gruppenbildung mitteilen.

Spielende

Bei einem Spiel auf dem Lager sind meist nicht immer alle Kinder gemeinsam unterwegs oder kehren von dem Besuch von Stationen nicht genau gleichzeitig zurück. Trotzdem ist ein gemeinsamer Abschluß schön. Dieser kann in Form des gemeinsamen Findens des Schatzes und dessen Verspeisung oder Aufteilung gestaltet sein oder durch eine Abschlußveranstaltung mit der Präsentation der Beiträge (Kunstwerke, Werbeprospekte, etc.), durch den öffentlichen Dank der Auftraggeber aus der Spielgeschichte, etc.

Spiele in der Nacht

Für Spiele, die in der Nacht stattfinden, müssen einige besondere Punkte beachtet werden. Diese finden sich unter "Tipps für Nachtaktionen" und einen Nachstationengang findest du hier...

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