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Programm für alle

Was ist wichtig beim Programm für alle?

Beim Programm, das für alle gemeinsam stattfindet, haben die Kinder die Möglichkeit, die Lagergruppe (eine gewisse Zeit lang) als Ganzes zu erleben bzw. mit allen anderen Kindern am gleichen Programm teilzunehmen. Die meisten Geländespiele und Stationengänge, die du in diesem Behelf findest, fallen unter diese Programmkategorie.
Beim Programm für alle wird eine Sache angeboten (Geländespiel, Ausflug, Fest, usw.), zu der es in der Regel kein besonders gestaltetes Alternativprogramm gibt. Auch wenn sich dabei Kleingruppen bilden, so machen doch (fast) alle dasselbe oder ein sehr ähnliches Programm. Dabei gilt es Folgendes zu beachten:

Grundsätze für die Gestaltung

a) Wenn mehrere Jungschargruppen bzw. Kinder einer Pfarre gemeinsam auf ein Lager fahren, so wohl auch deshalb, um gemeinsam Dinge zu tun und zu erleben. Schöne gemeinsame Erlebnisse verbinden und stärken das Gemeinschaftsgefühl, das oft noch lange nach einem Lager besteht. Um aber kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Gemeinschaft erlebt man nicht dadurch, dass alle ständig zusammen sind und immer dasselbe tun, sondern dadurch, dass alle Beteiligten Erlebnisse vergleichbarer Qualität haben.
Um das zu erreichen, ist es manchmal notwendig, dass eben nicht alle dasselbe machen. Bei einem Geländespiel, einem Programmpunkt, bei dem es in der Regel für alle Kinder die gleichen Aktivitäten gibt, kann es deshalb begrüßenswert sein, unterschiedliche Aufgaben für Jüngere und Ältere anzubieten, sodass alle Kinder auf ihrem Entwicklungsniveau interessante Erfahrungen machen können.

b) Das Programm muss den Kindern gut tun und das Miteinander in den Vordergrund stellen. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, aktiv zu sein, Dinge auszuprobieren, zu entdecken und mit anderen Kindern in Kontakt zu treten. Um allen Kindern positive Erlebnisse zu ermöglichen, gelten folgende Grundsätze:

  • Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, Spaß zu haben, der Spaß darf daher nie auf Kosten einzelner Kinder oder Gruppen gehen!
  • Kindern darf in keiner Weise Angst gemacht werden (dabei ist ganz besonders bei Programmen am Abend oder in der Nacht zu achten).
  • Kinder sollen beim Programm nicht gegeneinander arbeiten. Spannung soll durch interessante und originelle Tätigkeiten ins Spiel gebracht werden, nicht durch den Wunsch, die anderen zu übertreffen.

Diese Grundsätze gelten natürlich auch für alle anderen Arten von Programmen!

c) Da alle Kinder mitmachen sollen, muss das Programm auch so angelegt sein, dass es für alle ansprechend ist. Einseitigkeiten sollten deshalb unbedingt vermieden werden (z.B. nur bewegungsintensive Programmteile, nur Programm, bei dem gesungen wird usw.). Die Vielfalt des Programms hilft auch, keine Langeweile aufkommen zu lassen.

d) Falls es Untergruppen gibt, so sollen die Kinder nicht in eine bestimmte Gruppe gezwungen werden. Werden Gruppen einer gewissen Größe benötigt, so sollte es für die Kinder die Möglichkeit geben, sich selbst einzuteilen. Erfahrungsgemäß erfüllen die Kinder auch etwaige Spezialwünsche der Gruppenleiter/innen, wenn sie darum gebeten werden (z.B. altersmäßig durchmischte Gruppen).
Wenn ihr aus programmgründen die Gruppen einteilen wollt, ist es wichtig, dass die Kinder nachher trotzdem die Möglichkeit haben, die Gruppe zu wechseln, wenn sie das gerne möchten.

e) Auch wenn das Programm für alle geplant wurde und es keine speziellen Alternativangebote gibt, müssen auch hier die Kinder das Recht haben, "Nein" zu sagen. Wollen auch nach einer motivierenden Bewerbung Kinder nicht mitmachen, so muss die Möglichkeit dazu bestehen. Daher sollte möglichst immer ein/e Gruppenleiter/in nicht in das Programm fix eingebunden sein, der/die dann die Betreuung dieser Kinder übernehmen kann. Zwang "um der Gemeinschaft willen" wird eher den gegenteiligen als den gewünschten Effekt bringen.

Wenn nur ein Programm für alle angeboten wird, so kann das für manche Kinder ein Mehr an Sicherheit bedeuten. Sie müssen sich nicht entscheiden, womit sie sich beschäftigen wollen, sondern sie tun einfach das, was die anderen ebenfalls tun. Andererseits sollen Kinder am Lager auch die Möglichkeit bekommen, nach ihren Interessen Entscheidungen zu treffen (bzw. dies zu lernen). Nachdem die Kinder beim Programm für alle weniger Wahlmöglichkeiten haben, ist es wichtig, auf einem Lager auch Programm anzubieten, bei dem die Kinder ihre Betätigung wählen können.

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