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Modell für die GL-Runde: Lagervorbereitung

Das Sommerlager ist in vielen Pfarren für die Jungschar der Höhepunkt und Abschluss eines gemeinsamen Arbeitsjahres, in manchen auch der Start in das neue Arbeitsjahr. Der Erfolg eines gelungenen Lagers ist u. a. auch in der Vorbereitung dieser Veranstaltung zu suchen, welche bereits Monate davor beginnt und für dich als Pfarrverantwortliche meistens einige zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt. Damit diese gelingt, findest du im folgenden Impuls einige Ideen z.B. für eine Lagerklausur.

Wie vorbereiten?

Ob ihr nun ein Lagerklausurwochenende oder einzelne Abendbesprechungen abhaltet, die Besprechungen müssen vorbereitet sein. Eine Lagerklausur bietet den Vorteil durch das "Wegfahren" und die andere Umgebung, auch ein intensiveres Arbeiten zu ermöglichen. Gerade wenn ihr ein neues Team seid, kann ein gemeinsames Wochenende für die Teambildung sehr förderlich sein, da das gemeinsame Leben hier schon mal für zwei Tage erprobt werden kann.

Aber auch wenn ihr das Lager in Einzelbesprechungen vorbereitet, könnt ihr die folgenden Methoden verwenden.

Anfangen

Zu Beginn der Lagervorbereitung ist es gut, etwas Lagerstimmung aufkommen zu lassen, da mitten im Jahr das Thema Lager meist sehr weit weg ist. Dafür hast du Lagerfotos und einige Gegenstände vom vergangenen Lager mitgebracht. Jede Gruppenleiterin sucht sich jenen aus, der für sie am Besten für das nächste Lager steht . Die Bedeutung der Gegenstände kann dann in einer gemeinsamen Runde erzählt werden.

Klärt danach den Wochenendablauf gemeinsam ab, so dass er für alle passt. Teilt ein, wer wann kocht und welche Aufgaben sonst noch zu erledigen sind.

Was wollen wir?

Gerade wenn ihr zum ersten Mal auf Lager fahrt ist es wichtig, sich zuvor auf einige grundlegende Rahmenbedingungen zu einigen. Aber auch bei eingespielten Lagern ist es sinnvoll, die gemeinsamen Ziele immer wieder zu überdenken.

Dafür hast du für jede Gruppenleiterin ein Blatt mit den untenstehenden Sätzen kopiert. Jede Gruppenleiterin versucht nun für sich, die 6 für sie wichtigsten Sätze zu ermitteln. Anschließend sucht sie sich eine zweite und nun tauschen sich jeweils zwei Gruppenleiterinnen aus und einigen sich auf gemeinsame sechs Sätze. Je nach Lust, Laune und Größe der Gruppenleiterinnen-Runde können nun Vierer-Gruppen gebildet werden oder ihr versucht gleich, euch im Plenum zu einigen. Ergebnis dieses Schrittes soll eine gemeinsame Liste sein, die ihr euch immer wieder in Erinnerung rufen könnt.

Kinder sollen am und durch das Lager...

  • jemanden finden, zu dem sie mit all ihren Problemen kommen können.
  • möglichst viele interessante gemeinsame Erlebnisse mit anderen haben können.
  • erfahren, dass abwechslungsreiches und spannendes Zusammensein möglich ist, bei dem sich alle wohlfühlen.
  • erleben, dass sie als Kinder ernst genommen werden.
  • Kontakte zu anderen finden und neue Freundschaften schließen.
  • lernen, sich in einer Gruppe behaupten zu können.
  • Möglichkeiten zum intensiven gemeinsamen Spielen haben.
  • lernen, sich in eine Gruppe einzufügen.
  • in der Entfaltung ihrer persönlichen Fähigkeiten gefördert werden.
  • erleben, dass es Alternativen zu Gewalt gibt.
  • lernen, mit dem anderen Geschlecht besser um zugehen.
  • Kirche als Gemeinschaft erleben, in der sie willkommen sind, so wie sie sind.
  • ermutigt werden, sich gegen Unterdrückung zu wehren.
  • Neues kennen lernen.
  • mit anderen über Dinge nachdenken, die ihnen eine Hilfe in ihrem Alltag sein können.
  • sich aktiv und kritisch mit ihrer Umwelt auseinandersetzen lernen.
  • sich auf spielerische Art mit der Wirklichkeit beschäftigen zu können.
  • eine Zeit ohne Eltern verbringen.
  • lernen, rücksichtsvoll miteinander umzugehen.

Verantwortlichkeiten

Du bist zwar für das Lager verantwortlich, d.h. aber nicht, dass du alles alleine machen musst. Du solltest dir von Anfang an einen genauen Plan erstellen, was alles zu organisieren ist. Angefangen von Quartierfragen, Anmeldewesen, Reiseorganisation, Versicherungen, Einkaufen, Packen, Transport, Elterninformationsabend, über Tagesablaufsplanung, Geländespiele, Schlechtwetterprogramm, Notfallsprogramm, Infrastruktur am Lager, Jugendschutzgesetz, Ortserkundung, bis hin zu Speiseplan und Küche am Lager, hygienische Maßnahmen, Erste Hilfe am Lager, Abwaschregelung, Behandlung von Heimweh und Tischgebete.

In einem nächsten Schritt, gilt es zu überlegen: Welche Dinge musst du erledigen, welche Dinge sind einfach unter allen aufzuteilen und wobei zahlt es sich aus, Verantwortliche zu ernennen. All die Dinge, für die es eigene Verantwortliche geben soll, werden auf einem Plakat festgehalten und dann nach Lust und Kompetenz unter den Gruppenleiterinnen verteilt. So kannst du auch gut darauf achten, dass sich niemand übernimmt und andere leer ausgehen. Für jede Verantwortlichkeit sollte gemeinsam abgeklärt werden, was alles zu tun ist und dies auch im Protokoll festgehalten werden.

Für kleine Aufgaben, wie z.B. Einladungen gestalten, Bahnkarten besorgen, etc. reicht es aus, diese in der Besprechung zu verteilen und in der nächsten nachzufragen, ob die Aufgabe erledigt wurde. So ist es auch dir möglich, den Überblick zu behalten.

Programm

Lagermotto ja oder nein?

Wenn ihr euer Lager unter ein bestimmtes Motto stellen wollt, solltet ihr dabei bedenken, dass sich dieses dann wie ein roter Faden durch das ganze Lager (also auch durch den Alltag) ziehen soll. Für Kinder kann es sehr abenteuerlich sein, eine Woche lang, sich einem speziellen Thema zu widmen, wenn dieses sehr facettenreich gestaltet ist. Themen wie Reise oder nur bestimmte "Mottotage" lassen euch natürlich mehr Freiraum und ihr müsst euch nicht so sehr auf ein Thema festlegen.

Wenn ihr euch prinzipiell für ein Lagermotto entscheidet, geht es nun an die Auswahl eines konkreten Themas. Dafür ist es sinnvoll, einfach mal alle Ideen z.B. auf einem Plakat zu sammeln. In einer zweiten Runde überlegt ihr euch, welche Programmpunkte zu dem Motto passen. Nur jene Themen, zu denen euch mindestens 6 Programmgestaltungsmöglichkeiten einfallen, sollen in die engere Wahl gezogen werden. Von den verbleibenden Mottoideen wählt ihn nun jene aus, die euch am besten gefällt.

Was wollen wir machen?

Egal ob Lagermotto oder nicht, nun geht es um die einzelnen Programmpunkte. Welche Spiele und anderes soll es am Lager geben? Für diesen Punkt ist ein Brainstorming am Besten geeignet. Auf einem großen Plakat werden die Ideen auf Post-its gesammelt. Wichtig ist, sich dafür ausreichend Zeit zu nehmen und auch noch etwas abzuwarten, wenn eine zeitlang keine neuen Ideen gekommen sind. Manchmal kommen die richtig guten Ideen erst nachher.

Im Anschluss an das Brainstorming ist es sinnvoll, eine Pause einzulegen bzw. die konkrete Entscheidung auf z. B. den nächsten Tag zu verschieben, da die Ideen so Zeit haben, im Kopf etwas zu reifen. Die Pause kannst du dazu nutzen, die Ideen etwas vorzusortieren d.h. ähnliche Ideen zusammenzufassen, um so die Übersichtlichkeit zu erhöhen.

Die Entscheidung

Vor dem nächsten Schritt solltest du wissen, wie viel Programm benötigt wird, wie viel Freizeit es geben soll, wie viel Schlechtwetterprogramm ihr braucht. Das könnt ihr entweder diskutierten oder du hast Erfahrungswerte die übernommen werden.

Für die Entscheidung hast du einen Raster vorbereitet, an dem alle erkennen können, wie viele Programmpunkte es geben wird, wie diese auf Tag und Abend verteilt sind und was davon schlechtwettertauglich sein soll (z.B. durch unterschiedliche Farben). Nun könnt ihr die Ideen vom Plakat diskutieren und jene, die ihr auswählt gleich auf das Plakat schreiben.

Die einzelnen Bausteinprogramme sind dann am Lager beliebig zusammenstoppelbar und es kann auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder ebenso eingegangen werden, wie auf geographische und wettermäßige Anforderungen.

Die Vorbereitung

Für die Vorbereitung jedes Programmpunktes sollen sich dann Gruppenleiterinnen melden, die von der Idee bis zu Umsetzung alles planen und dafür verantwortlich sind. Sie erstellen eine schriftliche Beschreibung mit einer Materialliste und einer brauchbaren Einkaufsliste. Eine Kurzpräsentation erfolgt im Plenum.

Mitbestimmung ist gefragt!

Das Lager ist in erster Linie für die Kinder da und ihr solltet nicht vergessen, dass sie ein Recht auf Mitbestimmung haben. Deshalb ist es sinnvoll, sich schon vorm Lager zu überlegen, wie diese Mitbestimmung aussehen kann. Nützt die Zeit vor dem Lager um die Kinder in den Gruppenstunden nach ihren Wünschen zu befragen. Am Lager ist es gut, ein Jö-Pfui-Plakat oder ähnliches zu haben. Auch ein Lagerparlament, das täglich zu einer fixen Zeit stattfindet und wo die Kinder ihre Meinung sagen können ist eine gute Sache. Weitere Ideen dazu findest du auch im Sonderkumquat Kinderrechte!

Natürlich es ist für die Gruppenleiterinnen praktisch, wenn ihr für jeden Tag einen durchgeplanten Tagesablauf mit allen Programmpunkten vorbereitet habt, die Materialien schon vorher zu den günstigsten Preisen erworben habt und alle Bastelideen mindestens einmal ausprobiert habt. Das ist gut so. Im konkreten Fall ist es dann doch oft notwendig, flexibel zu sein, im besondern auch, um auf die Wünsche der Kinder eingehen zu können. Eine gute Vorbereitung ist dennoch viel wert, da z.B. fertig vorbereitete Spiele spontan eingesetzt werden können.

Material:

  • Plakatpapier
  • Stifte
  • Fotos und Gegenstände vom Lager
  • Für jede kopiert: Kinder sollen am und durch das Lager...
  • Post-its
  • Zettel

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