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Die/der LagerleiterIn

Eine Person aus dem Lagerteam ist die/der LagerleiterIn. Das kann die/der Pfarrverantwortliche sein, aber auch eine andere Person. Günstigerweise hat diese Person bereits Erfahrung in der Vorbereitung und Durchführung von Kinderlagern. Sie muß aber auf jeden Fall schon Erfahrung in der Leitung von Kindergruppen und der Arbeit in einem Team gesammelt haben. Die anderen Teammitglieder sollten ihr Vertrauen entgegenbringen und hinter ihr stehen.

Es sollte auch eineN StellvertreterIn für die/den LagerleiterIn geben, die/der im Falle der Abwesenheit der/des LeiterIn deren Aufgaben übernimmt bzw. mit der die Arbeit auch geteilt werden kann. Natürlich können einzelne Aufgaben auch an andere Teammitglieder delegiert werden, die/der LagerleiterIn behält aber die Gesamtverantwortung und sollte zumindest immer den Überblick über die Arbeit behalten und sie koordinieren.

Die/der LagerleiterIn

  • trägt die Gesamtverantwortung für die Vorbereitung und Durchführung des Lagers
  • ist für das Wohlergehen aller am Lager beteiligten Personen (Kinder, Lagerteam) besonders verantwortlich
  • ist für die Arbeit des Lagerteams besonders verantwortlich (daher auch für alle Aufgaben, die das gesamte Lagerteam betreffen)
  • leitet die Arbeit im Lagerteam (bereitet die Besprechungen vor, leitet sie, kümmert sich um eine Protokollierung, ...)
  • betreut und berät die anderen Mitglieder des Teams bei der Arbeit und motiviert sie
  • pflegt Beziehungen zu den Teammitgliedern und fördert ihre Beziehungen untereinander
  • ist für die Bearbeitung von Konflikten im Team zuständig
  • spricht zukünftige Teammitglieder an und führt sie in die Arbeit ein
  • kümmert sich um die Aus- und Weiterbildung von Teammitgliedern (z.B. durch Einladung von Referentinnen zu einem Pfarrbesuch; Animation zur Teilnahme an Veranstaltungen z.B. der Diözesanleitung der Jungschar, des Instituts für Freizeitpädagogik, etc., Vorstellung von Behelfen, ...)
  • vertritt das Lagerteam nach außen (zu Eltern, Pfarrgemeinde, ...)
  • bildet sich selbst weiter (z.B. durch Lektüre von Behelfen, Besuch von Veranstaltungen wie dem Wochenende für Lagerleiterinnen, ...)
  • Um diese Aufgaben gut bewältigen zu können, muß die Lagerleiterin einen „Blick für das Ganze“ haben, Sicherheit geben und mit Unaufgeregtheit, Klarheit und Fairneß agieren.

Der „Blick für das Ganze“ meint, daß sich die/der LagerleiterIn nicht in Details verlieren darf. Sie/Er soll nicht jede verlorengegangene Schere suchen, sondern muß den Überblick bewahren über die Gruppe, die sie leitet (Kinder UND Gruppenleiterinnen) und das Geschehen. Daher darf sie/er keine Scheu haben, Aufgaben zu delegieren bzw. Arbeitsaufträge zu vergeben.

Delegieren bedeutet übrigens, sowohl eine Aufgabe, als auch die Verantwortung zu übertragen. Das heißt, daß man Personen, denen man eine Aufgabe delegiert hat, nicht dauernd nachlaufen und sie kontrollieren muß, sondern daß man darauf vertrauen kann, daß sie/er die Sache erledigen bzw. sich bei Schwierigkeiten selbst rühren. Voraussetzung dafür, daß das auch funktioniert, ist erstens, daß man es der Person auch zutraut, daß sie die Aufgabe gut durchführen kann und daß sie zweitens auch weiß, daß sie/er selbst dafür verantwortlich ist. Trotz Delegation trägt die/der LagerleiterIn aber immer noch die Gesamtverantwortung über alle Geschehnisse.

In der Lagersituation, die nicht-alltäglich ist, erwarten die Kinder von den Gruppenleiterinnen, daß sie ihnen Sicherheit geben. Das sollte klar sein und im Lagerteam auch thematisiert werden. Die/der LagerleiterIn darf aber nicht vergessen, daß auch für die Gruppenleiterinnen ein Lager eine nicht-alltägliche Situation darstellt, die außergewöhnliche Anforderungen mit sich bringt. Die Lagerleiterin ist die wichtigste Bezugsperson für die Leute im Team und sollte daher achten, daß sie ihnen Sicherheit gibt.

Dafür ist es wichtig, mit Unaufgeregtheit zu agieren. Jemand, der dauernd Hektik oder Panik verbreitet und dadurch Streß erzeugt, kann wahrscheinlich nur wenig Sicherheit geben. Wenn das Lager gut vorbereitet ist, gibt es auch keinen Grund, sich über alle möglichen Kleinigkeiten aufzuregen. Und in wirklich schwierigen Situationen bzw. Konfliktfällen hilft große Aufregung auch nicht. Unaufgeregtheit darf allerdings nicht mit Desinteresse verwechselt werden oder zu mangelndem Engagement führen.

Die letzten beiden Stichwörter, die wir hier für das Verhalten von LagerleiterInnen genannt haben, sind Klarheit und Fairneß. Oft stehen Entscheidungen an und die Lagerleiterin darf dabei keine Scheu haben, sie zu treffen; auch wenn sie nicht immer davor die anderen befragen kann. Das heißt allerdings nicht, daß grundsätzlich über die Köpfe der anderen hinweg entschieden werden soll. Im Gegenteil sollte ein kooperativer Leitungsstil angestrebt werden, bei dem das Team auch einbezogen wird. Und das ist oft eine Gradwanderung.

Die/der LagerleiterIn soll sich ihrer/seiner Autorität, die sie/er hat, bewußt sein und in Konfliktfällen klar ihre/seine Meinung äußern, trotzdem aber fair bleiben. Auch das ist wichtig, um Sicherheit zu erzeugen.

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