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Bewegung in der Gruppe

Worum geht es ?

Der menschliche Körper ist für vielfältige Bewegung gebaut. Bewegung ist ein elementarer Bestandteil des Menschseins. Bewegung ist Voraussetzung für Veränderung, Entwicklung und Tätigkeit. Innere und äußere Beweglichkeit ermöglichen es uns, die Welt handelnd zu erfahren, zu begreifen und zu gestalten.

Leben ohne Bewegung ist nicht denkbar. Bewegung ist also eine grundsätzliche Seinsweise des Menschen. Deshalb ist es auch in der Jungschar wichtig auf genügend Bewegung zu achten.

Bewegung und Betätigung sind auch grundlegende Voraussetzungen der psychischen Entwicklung des Menschen (Denken, Wahrnehmen, Gefühle). Indem er sich bewegt, eignet sich der Mensch die Umwelt an und tritt mit ihr in Kontakt.

Die erste Bewegung des Säuglings ist das Heben des Kopfes gegen die Schwerkraft der Erde. Das ist ein mühsamer, aber elementarer Lernprozeß. Sich Aufrichten heißt, einzelne Körperteile "übereinander zu stapeln" und dabei beständig im Gleichgewicht gegen die Schwerkraft zu halten. Dies gelingt am besten durch das ständige Muskelspiel, also durch Bewegung.

Stillhalten, also nicht bewegen z.B. beim ruhigen Stehen oder Sitzen, ist die schwierigste Arbeit für unsere Muskulatur und hat oft rasche Ermüdung zur Folge, weil einzelne Muskelpartien über Gebühr beansprucht, andere wiederum vernachlässigt werden.

Einseitige Belastung von Muskeln und Bändern durch zuviel Stehen und Sitzen führt zu Haltungsschäden, die sich langfristig zu deutlichen körperlichen Beeinträchtigungen entwickeln können.

Bewegungsbeschränkungen - insbesondere für Kinder - haben einen tiefgreifenden Einfluß auf die Entwicklung des Menschen. Sie bedeuten letztlich eine Einschränkung der Lebensqualität.

Das Problem bei den Kindern:

Untersuchungen zeigen, daß bei Kindern und Jugendlichen ein deutliches Ansteigen der Haltungschäden zu beobachten ist. Das hat zumeist verschiedene Ursachen:

  • zuviele einseitig/statische Bewegungshaltungen wie langes Sitzen (Schule, Fernseher, Computer(spiele), usw.)
  • allgemeiner Bewegungsmangel
  • einseitige, leistungsorientierte Bewegung im Schul- oder Vereinssport
  • mechanische Überforderung der Wirbelsäule und der Gelenke durch
  • einseitiges Tragen schwerer Lasten (Schultasche ...)
    - nicht körpergerechte Schulmöbel

Gerade in den Wachstumsphasen sind Kinder und Jugendliche besonders gefährdet, weil sich Haltungsschäden fast unbemerkt und zudem schmerzfrei entwickeln. Das hat zur Folge, daß Kinder nur schwer für das Problem zu sensibilisieren sind. Da der Körper - zumeist mit erhöhtem Kraftaufwand - die Beeinträchtigungen scheinbar leicht überwindet, fehlt die Einsicht für notwendige Veränderungen der Lebensgewohnheiten.

Bewegungsfördernde Maßnahmen im Jungscharalltag:

In der Gruppenstunde wie auch bei anderen Aktionen mit Kindern kannst Du leicht darauf achten, daß die Kinder sich ausreichend und richtig bewegen. Dazu braucht es im Normalfall keine besonderen Gymnastikprogramme, einige Maßnahmen genügen schon:

  • Weitgehender Verzicht auf herkömmliche Sitz- und Arbeitsmöbel:
    Die Kinder nützen den Fußboden als Spiel- und Arbeitsfläche, wobei sie ganz natürlich ständig in Bewegung bleiben.
  • Statt Einrichtung mit Tisch und Sessel finden sich im Gruppenraum
    bewegliches Sitzgerät wie z.B.: verschiedene Matratzen, Pölster, Decken, aber auch Sitzbälle (Gymnastikbälle), selbstgefertigte Hirsekissen udgl. Malen, Schreiben und Basteln kann man auch im Stehen ...
  • Bei Spielen drinnen wie draußen sollen besonders folgende Bewegungsarten gefördert werden:
    laufen, hüpfen, springen... (Fortbewegung)
    schaukeln, drehen, rollen ... (Rotationsbewegung)
    balancieren, klettern ... (Bewegung auf labilem Untergrund)
  • Das Gruppenprogramm wird um eine entsprechende Anzahl an Ausflügen, Wanderungen etc. bereichert. Bei Aktionen außerhalb des Gruppenraumes wird so viel wie möglich zu Fuß gegangen ...
  • Zusätzlich kann bewegungsförderndes Spielgerät für die Gruppe angeschafft werden:
    Gymnastikbälle, Pedalos, Twistscheibe, dicke Taue, Spieltücher, Kreisel,
    Hullareifen, Springschnüre, Kriechtunnel, Säcke zum Sackhüpfen,
    Schaukel- und Klettergeräte, Trampolin, Rollschuhe und Skatebord,
    Stelzen, Hüpfstäbe, Jongliermaterial ...

Aufgaben für Dich als Gruppenleiter/in:

  • sich mit der eigenen Bewegungsfreundlichkeit auseinandersetzen
  • natürlichen Bewegungsdrang der Kinder unterstützen
  • Räume und Programm "in Bewegung" bringen

...und in Form von Bewegungsspielen den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder unterstützen:z. B.:

Ballpantomime:

Alle Kinder stehen im Kreis. Sie tun so, als würden sie einander einen großen Ball zuwerfen. Der Ball kann sich während des Spieles verändern, er kann größer, kleiner, schwerer... werden. (Variante: eine nicht sichtbare Glasplatte hochheben)

Gummitanz:

Ein Gummiband wird für jedes Kind (Länge ca. doppelte Körpergröße) zurechtgeschnitten. Die beiden Enden werden zusammengenknüpt. Dann wird das Band unter die Fußflächen und über die erhobenen Handflächen gelegt. Die Musik beginnt, die Bewegung im Gummiband startet. (Variante: Paarweise in einem längerem Gummiband bzw. als Trio)

Ausschütteln:

Zu schneller Musik laufen alle Kinder quer durch den Raum. Wenn die Musik aussetzt, ruft ein Kind, welcher Körperteil ausgeschüttelt werden sol. Haben es alle verstanden, geht die Musik wieder weiter, und die Kinder schütteln im Laufen den geruffenen Körperteil aus. Bei der nächsten Unterbrechung wird ein anderer Körperteil gerufen. Ruft ein Kind "Hoppla!", wird der ganze Körper kräftig durchgeschüttelt.

Dschungel:

Etwa zwei Drittel der Kinder bilden mit Armen und Beinen einen "Dschungel", der sehr verwachsen ist. Die anderen Kinder klettern von einer Seite durch den 'Dschungel" - bis sie auf der anderen Seite angelangt sind. Haben sie das geschafft, weren sie selbst zum Dschungel, und andere Kinder beginnen die Dschungelwanderung.

Drachenschwanzduell:

Jedes Kind verwandelt sich in einen Drachen. Jeder Drache hat einen Schwanz und steckt sich ein (Taschen)tuch an seien Gürtel oder seien Hosenbund. Dann betreten die Drachen die Arena, einen markierten Platz, lassen ihr Drachengbrüll hören und laufen aufeinander zu, um die Schwänze der anderen Drachen zu erwischen. Die Drachen, die keinen Schwanz mehr haben verlassen das Spielfeld.

Sie können sich jedoch (außerhalb des markierten Kreises) eien der eroberten Schwänze wieder hinten befestigen und am Drachenkampf weiter teilnehmen. (Variante: anstelle von einzelnen Drachen, kann das Spiel auch mit größeren Drachen - ca. 3 bis 5 SpielerInnen, die sich um die Hüfte fassen - durchgeführt werden; der Erste der "Drachenkette" versucht den Schwanz zu erwischen, der "Letzte" befestigt sich den Schwanz am Gürtel)

Schrittwechsel:

Die Spielfläche ist in vier gleiche Teile aufgeteilt. Die Seiten sind ruch Kreide oder Tesakrepp gekennzeichnet. Bei jeder Teilfläche hängt ein Schild, auf der Fortbewegungsart geschrieben steht (z. B. "zu zweit Rücken an Rücken", "rückwärts laufen", auf einem Bein hüpfen", in Zeitlupe bewegen", etc.). Zu Musik laufen alle quer über die vier Flächen. Dabei gilt es, sich immer in jener Art fortzubewegen, wie sie auf dem betreffenden Schild beschrieben steht. Setzt die Musik aus, bleiben alle kurz in der Stellung stehen, in der sie sich gerade befinden.