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Kinderfreundliche Rahmenbedingungen

Wir treten für kinderfreundliche Rahmenbedingungen in der Pfarre ein und gestalten diese mit.

"Alle Kinder sind herzlich eingeladen und bei uns willkommen!" So - oder so ähnlich - tönt es aus pfarrlichen Schaukästen, aus Pfarrzeitungen, ja sogar direkt vom Altar. Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, was bei Euch in der Pfarre passieren würde, wenn tatsächlich einmal alle Kinder dieser Einladung Folge leisten ...?

An Kleinigkeiten mißt sich, ob und wie kinderfreundlich die Rahmenbedingungen in der Pfarre sind. Das gilt besonders für den Alltag in der Pfarrgemeinde. Eine bedrückte Stimmung im Gottesdienst, eine lieblose Schaukastengestaltung, uninteressante Berichte in der Pfarrzeitung, muffige Räumlichkeiten, versperrte Kirchentore ...

Die Lebendigkeit - und damit auch die Kinderfreundlichkeit einer Pfarre - bemißt sich daran, wieweit die Vielfalt von Angeboten und Aktivitäten auf die konkreten Bedürfnissen und Interessen der Menschen (der Kinder) am Ort Rücksicht nimmt.

Von einer lebendigen Pfarrgemeinde werden die Kinder erzählen. Sie werden wissen, was in der Pfarre los ist, sie werden gerne und neugierig den Einladungen Folge leisten und werden ihre Eltern bedrängen, daß sie da und dort dabei sein dürfen.

Ein kindgerecht ausgestalteter Jungscharraum

Oft befinden sich die Räume für die pfarrliche Kinder- und Jugendarbeit im Keller - was nicht immer sehr einladend wirkt. Wenn es zudem ein altes Gebäude ist, dann ist eine möglicherweise schlechte Bausubstanz und mangelhafte Belüftung für Feuchtigkeit und muffiges Raumklima mitverantwortlich. Daß Kinder sich dort nicht gerne aufhalten und deshalb auch nicht besonders achtsam mit Einrichtung und Mobiliar umgehen, ist eigentlich nicht verwunderlich.

Üblicherweise muß dieser Raum noch mit anderen BenützerInnen geteilt werden, was zu einer Quelle andauernder Konflikte und Reibereien werden kann. Setz Dich dafür ein, daß die Kinder in der Pfarre einen eigenen, freundlichen und für die Gruppenarbeit geeigneten Raum bekommen (der muß übrigens nicht unbedingt im Pfarrhaus sein!) und laß die Kinder bei der Ausgestaltung und Einrichtung so viel es geht mitmachen.

Viel wichtiger als Tische und Sessel sind ein strapazfähiger Teppichboden und ausreichend Platz zum Bewegen. Es ist überdies für die Kinder gesünder auf Pölstern oder Matratzen zu sitzen als auf Sesseln.

Zuviel verfügbares Material lenkt ab: Du brauchst unbedingt einen ausreichenden Abstellraum, damit du den Jungscharraum gut für Deine Vorhaben in der Gruppenstunde vorbereiten und gestalten kannst.

Jeder Raum hat ebenso wie seine Ausstattung und Einrichtung einen bestimmten Aufforderungscharakter. Eine gemütliche, helle Wohnzimmeratmosphäre wird Kinder zu einem anderen Verhalten anregen, als ein Raum, der an eine vergammelte Turnhalle erinnert.

Ein Kirchenraum, in dem Kinder sich wohlfühlen können

Kinder wollen sich bewegen, wollen mitmachen dürfen, alles gut und von der Nähe sehen, ja vielleicht sogar angreifen können. Ein Sitzplatz in den normal üblichen Kirchenbänken erweist sich als dafür ungeeignet: Knarrendes Holz, Ablageflächen, von denen alles herunterfällt und die Stolperfalle Kniebank verhelfen dazu, daß Kinder grundsätzlich im Gottesdienst als "störend" registriert werden. Ganz vom Gepolter abgesehen, wenn sie in Scharen zum Altar strömen ...

Mit Einfühlsamkeit und Kreativität läßt sich in jedem Kirchenbau eine "Kinderecke" einrichten, die so ausgestattet ist, daß Kinder nicht von vornherein unangenehm auffallen.

Gute, dicke Teppiche dämpfen die Bewegung und isolieren ein wenig den kalten Steinboden

Flexible Sitzpölster aus festem Schaumstoff lassen sich durchaus auch mit barocken Stoffen einkleiden (damit sie zur Einrichtung passen) und sind zudem multifunktional einsetzbar (z.B. für ein szenisches Spiel am Altar)

Über eine Bücherkiste für die Kleinsten, denen zwischendurch etwas langweilig wird, sind alle Eltern sehr froh und dankbar.

Ein freundlicher Umgang der Erwachsenen mit den Kindern

Kinder werden in der Pfarre mitmachen, wenn sie sich dort wohlfühlen. Das hängt z.B. auch davon ab, wie die Erwachsenen mit ihnen umgehen. Es beginnt mit der Sprache. Lassen sich Erwachsene in ihrem Tun unterbrechen, wenn Kinder etwas wollen, zeigen sie Interesse und Aufmerksamkeit und können sie auf Kinderfragen verständliche Antworten geben? Oder der Umgang mit Grenzen. Wird den Kindern erklärt, was in der Kirche (im Pfarrhaus, auf dem Kirchenplatz ...) erlaubt ist und was nicht? Berücksichtigen Erwachsene bei Veranstaltungen und Aktivitäten die Bedürfnisse, den Bewegungsdrang der Kinder? Sind Veranstaltungszeiten so gewählt, daß sie gut in den Alltagsablauf der Kinder passen und auch vom zeitlichen Umfang her leistbar sind (Aufmerksamkeit, Ausdauer ... )?

Ein freundlicher Umgang mit Kindern ist letztlich eine Grundeinstellung. Sie wird dann in der Pfarre zur Selbstverständlichkeit, wenn die verantwortlichen MitarbeiterInnen es sich zur Gewohnheit machen, Interessen und Anliegen der Kinder wahrzunehmen und bei ihren Entscheidungen mitzuberücksichtigen.

Setze Dich dafür ein, daß für alle Kinder klar ist, welche Räume und Einrichtungen der Pfarre sie eigenständig benützen dürfen und welche Spielregeln sie dabei einhalten müssen.

Achtet darauf, daß Eltern ihre Kinder zu Pfarrveranstaltungen mitbringen können und daß ein auch ein gutes Kinderprogramm vorbereitet wird. Das soll dann nach Möglichkeit ein eigenständiger Teil der Veranstaltung sein, wo die Kinder etwas für sie Spannendes tun können. 

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