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Das Sternsingen

Wir bieten Kindern durch das Sternsingen eine konkrete Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen.

Die Dreikönigsaktion ist das entwicklungspolitische Hilfswerk der Katholischen Jungschar. Deshalb gehört die Durchführung der Sternsingeraktion zu den Aufgaben der Jungschar in der Pfarre. Die Sternsingeraktion verbindet Brauchtum, Verkündigung und das Spendensammeln miteinander. Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar verwendet die Spendengelder für die Unterstützung von Projekten in den Ländern der Dritten Welt.

Diese Aktion wird jedes Jahr eigens vorbereitet und beworben. Es gibt Aktionsunterlagen und Informationen, die von Gruppenstunden für Sternsinger, Lieder und Sprüche, Checklisten bis zu Infos bzgl. der unterstützten Projekte gehen. Der/die DKA-Pfarrverantwortliche bekommt diese Infos zugeschickt. Weitere Infos gibt es unter sternsingen.at.

Kinder, die über Probleme in der "Dritter Welt" Bescheid wissen, möchten den betroffenen Menschen gerne helfen. Beim Sternsingen haben sie eine Möglichkeit, konkret zu handeln. Dabei ist es für die Kinder sehr wichtig zu wissen, für wen sie unterwegs sind, und warum viele Menschen in der "Dritten Welt" unsere Solidarität und Hilfe brauchen. Eine gute Vorbereitung der Aktion trägt dazu bei, daß die Kinder gerne mittun und das Sternsingen zu einem gemeinsamen Erlebnis wird.

Sternsingen ist Brauchtum

Das Wort Brauchtum ist ein volkskundliches Fachwort. Es hat mit dem Verb "brauchen" zu tun und ist vermutlich auch mit dem Wort frui = "genießen" verwandt. Es geht also um etwas, das wir brauchen, das genossen wird, das wir gewissermaßen "nötig" haben. Solange Menschen in Gemeinschaften leben, gibt es auch Bräuche. Dort wo Bräuche das Leben bereichern und berühren, haben sie ihren Sinn und sollen auch lebendig erhalten bleiben.

Das Sternsingen hat seine ursprünglichen Wurzeln in vorchristlichen Bräuchen. In den Rauhnächten wurde in Häusern und Ställen geräuchert, um Mensch und Tier vor dem Einfluß böser Geister zu schützen. Die finstere Zeit um die Wintersonnenwende wurde als bedrohlich und lebensfeindlich erfahren. Der Sehnsucht nach Licht, Wärme und Lebenskraft wurde in vielfältigen Bräuchen und Ritualen Ausdruck verliehen. Die Bräuche um den Jahreswechsel wurden christianisiert. Die Lichtsymbolik paßte auch sehr gut zur Geburt Christi (= das Licht der Welt). Die Figuren der Hl. Drei Könige inspirierten die Menschen von Beginn an, Umzüge, und Theaterspiele zu veranstalten. Bis in die heutige Zeit sind traditionellerweise Drei Könige und ein Sternträger unterwegs, um die Geburt Christi zu verkünden.

Es ist Tradition, daß Mädchen und Buben verkleidet von Haus zu Haus gehen. Es gehört zum Brauch, daß drei Könige unterwegs sind und ein Sternträger dabei ist. Sollte es in Deiner Pfarre so sein, daß viel mehr Kinder mitmachen möchten, als für die geplanten Gruppen notwendig sind, könnten diese auch andere Personen darstellen (z.B. Hirten oder BegleiterInnen der Könige).

Zum Sternsingen gehören einige passende Requisiten und Rituale. So ist es wichtig, daß die Kinder im Rahmen einer Feier zum Besuch der Häuser und Wohnungen ausgesandt werden. Der Weihrauch, den die Kinder mithaben, verdeutlicht den Segenscharakter des Besuches. Die Kreide ist ebenfalls ein wichtiges Requisit, um den Haussegen C+M+B ("Christus mansionem benedicat" = Christus segnet/beschützt dieses Haus) an die Türe zu schreiben. Erkläre auch den Kindern, was C+M+B heißt.

Für die beteiligten Kinder ist das Sternsingen eine Art Rollenspiel: Sie verkleiden sich, lernen bestimmte Texte und Lieder auswendig und verweisen in ihrem Spiel auf Grundsehnsüchte der Menschen nach Licht, nach Heilung und Erlösung. Selbstverständlich sollen die Kinder ihre Rollen gut spielen können, sie sollen Spaß dabei haben und motiviert bei der Sache sein. Eine gute Vorbereitung, die auch die Wünsche und Vorstellungen der Kinder miteinbezieht, kann wesentlich zum Gelingen beitragen.

Sternsingen ist Verkündigung

Von Haus zu Haus gehen und von der Geburt des Gottessohnes erzählen, gehört seit Jahrhunderten zur Sternsingeridentität. Die Sternsinger verkünden, daß Christus auf die Erde gekommen ist, um allen Menschen Frieden und Heil zu bringen. Das Wort "Heil" hat etwas mit heilen zu tun, mit gesund machen und mit gut tun. Genau das soll ganzheitlich verstandene Verkündigung leisten. Ins heutige Deutsch übersetzt könnte man sagen: Gott hat seinen Sohn geschickt, damit menschenwürdige Lebensbedingungen für alle Menschen dieser Erde Wirklichkeit werden.

"Überall dort, wo immer Menschen ihr Leben sinnvoll zu gestalten suchen, sich um ein besseres menschliches Dasein bemühen, dadurch nach ihrem Gewissen und somit nach ihrer Religion leben, da geschieht Heil", sagt der Theologe Walbert Bühlmann. Es ist die Aufforderung, für menschenwürdige Lebensbedingungen aktiv zu sein. Sternsingen ist Verkündigung, die Kinder kommen als Sternsinger mit dieser Botschaft und schreiben an die Tür den Segen "Christus Mansionem Benedikat".

Bereite die Hausbesuche gut vor. Wähle die Route so aus, daß sie für die Kinder bewältigbar ist. Sorge dafür, daß sich die Kinder unterwegs aufwärmen können und auch mit Tee und Essen versorgt sind. Schau darauf, daß die Kinder nicht Anlaß geben, ausgelacht zu werden. Die Sternsingergewänder sollten passen und sauber sein, die Kinder sollen den Umgang mit Weihrauch und Weihwasser beherrschen. Auch das Vortragen von Texten und Liedern will geübt sein. Hier gilt: Lieber gut vorgelesen, als schlecht auswendig gesagt.

Besonders in Städten machen immer weniger Leute die Wohnungstüre auf oder sind unfreundlich zu den Kindern. Für den Fall, daß das in Deiner Pfarre so ist, bereite die Kinder darauf vor, nimm sie - wenn nötig - in Schutz und wähle die Route so aus, daß die "angenehmen" und "unangenehmen" Wohnviertel auf die Gruppen aufgeteilt sind.

Sowohl für die Kinder als auch für die Mitar-beiterInnen ist die getane Arbeit ein guter Grund zum Feiern. Überlege Dir einen passenden Abschluß der Aktion, wo ihr euch z.B. bei einer guten Jause von den vielen kleinen Abenteuern erzählen könnt, die ihr unterwegs erlebt habt. Für die Kinder solltest Du kleine Dankgeschenke zur Erinnerung vorbereitet haben.

Sternsingen heißt Geld sammeln

Ein wichtiger Aspekt der Sternsingeraktion ist das Spendensammeln. Die Kinder gehen als Sternsinger von Haus zu Haus, um Geld für Projekte in der Dritten Welt zu sammeln. Die finanzielle Hilfesstellung, die Menschen - ungeachtet ihrer Herkunft, ethnischen und religiösen Zugehörigkeit - gegeben wird, ist eine konkrete Konsequenz der Verkündigung.

Wir ChristInnen engagieren uns für andere, fremde Menschen und nehmen diese in ihren Anliegen und Veränderungsbemühungen ernst, weil wir damit unserer Glaubensüberzeugung folgen. Durch diese konkrete Hilfe bekommen Menschen aus "Dritte-Welt-Ländern" unser Interesse und unsere Solidarität zu spüren. Sie bekommen neben finanzieller Unterstützung neue Kräfte, um sich für ein lebenswertes Leben zu einzusetzen.

Für die Kinder ist es wichtig, zu wissen, wofür sie sammeln. Einerseits um Auskunft geben zu können, andererseits, um sich selbst für die Aktion zu motivieren. In der Vorbereitung ist es deshalb wichtig, gemeinsam mit den Kindern zu überlegen, wem mit dieser Aktion auf welche Art geholfen werden soll. Ein paar konkrete Projektbeispiele helfen den Kindern in ihren Vorstellungsmöglichkeiten. Schickt man Kinder uninformiert zu den Leuten, blamiert man damit die Kinder und rückt die ganze Aktion in ein schiefes Licht.

Das Sammeln von Spendengeldern bedingt Verantwortung den SpenderInnen gegenüber. Achtet darauf, daß das Geld möglichst rasch auf das Diözesankonto der Dreikönigsaktion überwiesen wird. Baut Sicherheiten ein, z.B.: zählt das Geld zu zweit. Unregelmäßigkeiten könnten die ganze Aktion in Verruf bringen und die jährlich über 400 unterstützten Projekte gefährden.

Wenn die Kinder sich entscheiden sternsingen zu gehen, dann, um sich in den Dienst einer Hilfsaktion zu stellen und nicht um selbst Geld dafür zu bekommen. Achte darauf, daß die Kinder nicht mit einer zweiten (privaten) Kassa gehen. Dort, wo es noch immer üblich ist, den Kindern extra Geld zu geben, solltet ihr vorher miteinander besprechen, wie ihr damit umgeht und was mit diesem Geld getan werden soll.

Übe mit den Kindern das Sammeln selbst. Damit das Sternsingen selbst nicht in den Schatten des Geldsammelns tritt, sollte der/die KassenträgerIn im geeigneten Augenblick respektvoll und seriös vortreten können und um eine Spende bitten. Es muß auch Zeit für ein kurzes Gespräch über die Spendenverwendung sein.

Die SpenderInnen haben das Recht zu erfahren, wofür die Spenden verwendet werden. Als Begleitperson solltest Du deshalb über die wichtigsten Informationen verfügen. Diese Informationen für Begleitpersonen kannst Du im Jungscharbüro bekommen.

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