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Jungschar ist Hilfe getragen von Kindern

Die Jungschar hat die Vision von einer lebenswerten Welt, in der für alle Menschen gleichermaßen Platz ist, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit. Die Fülle des Lebens, die Gott den Menschen zugesagt hat, gilt für alle Menschen dieser Erde. Unser Christ-Sein fordert uns deshalb heraus, Solidarität mit allen Menschen zu zeigen und für jene Menschen einzutreten, die in Unrechtssituationen leben.

Durch die "Dreikönigsaktion" als Hilfswerk der Katholischen Jungschar ist die globale Dimension, die Entwicklungspolitik und Weltkirche in der Jungscharpraxis verankert. Die jährlich durchgeführte Sternsingeraktion - die größte "Dritte-Welt-Sammlung" Österreichs - ist ein wichtiger Bestandteil der Jungschararbeit und wird wesentlich von Kindern getragen und durchgeführt. Dabei gilt es zu berücksichtigen:

  • daß die Kinder die Aktion freiwillig, überzeugt und mit Freude durchführen.
  • daß der Brauch des Sternsingens eine kindgemäße Form der Verkündigung ist.
  • daß die örtliche Bevölkerung über die Art des Sammelns und die Verwendung der Spendengelder ausreichend informiert wird.

Hilfe getragen von Kindern heißt...

...Kindern die Werte Toleranz und Solidarität nahebringen

Das Zusammenleben in einer vielgestaltigen Welt, einer multikulturellen Gesellschaft setzt ein hohes Maß an gegenseitiger Toleranz und Solidarität voraus. Es ist für Einzelpersonen und gesellschaftliche Gruppen eine wichtige Aufgabe, eine Kultur der Toleranz und Solidarität zu entwickeln.

Sich mit Freuden und Nöten von Menschen auseinanderzusetzen kann grundlegend dazu beitragen, daß Kinder sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für Benachteiligte einsetzen und lernen, Verantwortung für das gelingende Zusammenleben zu übernehmen.

In der Auseinandersetzung mit dem "Fremden" gibt es unbestimmte Ängste, Vorurteile und Mißtrauen. Die Möglichkeit, aus vielfältigen Begegnungen mit Menschen anderer Länder oder Kulturkreise Beziehungen entstehen zu lassen, ist ein Schritt in Richtung Solidarität und gegenseitigen Verstehens.

...Kinder zu einem Handeln für eine gemeinsame Welt motivieren

Die Sternsingeraktion wird seit 1955 jährlich von der Jungschar durchgeführt. Der religiöse Brauch im kirchlichen Weihnachtsfestkreis fordert auf, die Botschaft vom Frieden und der Versöhnung zu allen Menschen hinauszutragen. Gleichzeitig weitet er den Blick über die eigenen Pfarr- und Landesgrenzen, denn die Weihnachtsbotschaft gilt für alle Menschen dieser Erde.

Das Bewußtsein, daß es aber gleichzeitig überall auf der Welt Leid, Not und Unrecht gibt, ist Anlaß zum Handeln. Beim Sternsingen sammeln die Kinder Geld für Menschen in Entwicklungsländern, die in schwierigen Lebenssituationen stehen. Für Kinder ist das eine Möglichkeit, konkret zu handeln und zu helfen. Sinnvoll wird dieses solidarische Handeln aber erst dann, wenn die Kinder auch Bescheid wissen, für wen sie eintreten und warum diese Hilfe wichtig ist.

...Verantwortung im Umgang mit Spendengeldern wahrnehmen

Die Jungschar geht mit den von den Kindern gesammelten Spendengeldern verantwortungsvoll um und achtet darauf, den Verwaltungsanteil gering zu halten. Die Fachkräfte der Dreikönigsaktion sorgen dafür, daß die Spendengelder verläßlichen PartnerInnen in den Ländern der "Dritten Welt" zugutekommen und dort so effizient wie möglich eingesetzt werden. Die Dreikönigsaktion legt Jahr für Jahr ihre entwicklungspolitischen Aktivitäten offen und ermöglicht so den Einblick in die rechtmäßige Verwendung der Spendengelder.

Die bundesweiten und diözesanen Gremien der Jungschar beschließen die Finanzierung der Projekte. Dies gewährleistet, daß die Arbeit der Dreikönigsaktion einer beständigen Kontrolle unterworfen ist.

Die Projektgelder kommen breiten Kreisen der Bevölkerung zugute, ohne Ansehen der religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit. In erster Linie werden die Schwächsten in der Gesellschaft unterstützt: z.B. Frauen, Kinder, indigene Völker, Landlose und SlumbewohnerInnen. Voraussetzung für eine Unterstützung ist, daß die Projekte eine längerfristige und nachhaltige, angepaßte und umweltschonende Entwicklung zum Ziel haben. Damit fördert die Jungschar auch die Arbeit der Ortskirchen.

...Partnerschaftliche Beziehungen zu Menschen und Initiativen in der "Dritten Welt" pflegen

Gute Beziehungen zu den ProjektpartnerInnen sind eine Voraussetzung dafür, daß die tatsächlichen Bedürfnisse beachtet werden können und die Zielgruppe in die Problemlösung eingebunden wird. Denn vor Ort wissen die Menschen am besten über ihre Probleme und entsprechende Lösungsmöglichkeiten Bescheid. Gerade dort, wo die Schwächsten in der Gesellschaft unterstützt werden, gilt es darauf zu achten, daß Hilfe nicht bevormundend gegeben wird.

Im Gegensatz zu jenen caritativen Organisationen, die sich Not- oder Soforthilfeprogramme zur Aufgabe gemacht haben, bemüht sich die Dreikönigsaktion um kontinuierliche Projektarbeit in den Entwicklungsländern. Das meint die mittel- und längerfristige Unterstützung von Vorhaben in Ländern der "Dritten Welt". Damit ist auch eine stärkere Verbindlichkeit gegenüber den Projekt-partnerInnen gegeben, sowie die Voraussetzung, daß über die konkrete Hilfe ein partnerschaftlicher Austausch wachsen kann.

...kontinuierliche Informations- und Bildungsarbeit fördern

Das Wissen um Ursachen und Zusammenhänge für die Probleme der Entwicklungsländer muß durch beständige Auseinandersetzung erneuert werden. Vorurteile, Mißverständnisse oder Klischees verleiten dazu, einseitige oder verkürzte Schlüsse hinsichtlich der Lebenssituation von Menschen in der "Dritten Welt" zu ziehen.

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit will einerseits die weltwirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge und Verstrickungen aufzeigen, die Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Unterdrückung fördern. Anderseits will sie Klischees abbauen helfen und Interesse und Wertschätzung für Menschen anderer Kulturen wecken. Voraussetzung dafür sind die Bereitschaft zu eigener Weiterbildung, der Raum für persönliche Begegnung und solidarisches Handeln.

Hilfe getragen von Kindern heißt nicht...

...bei der Thematisierung von "Dritte-Welt"-Problemen Klischees zu verstärken oder einfache Lösungen für komplexe Fragen anzubieten.

...Kindern in diesem Zusammenhang Schuld an ungerechten Strukturen einzureden und Ohnmachtsgefühle zu erzeugen.

...Kinder ohne Information über Sinn und Zweck der Dreikönigsaktion zum Sternsingen auszusenden.

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