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Auseinandersetzung mit fremder Kultur

Wir ermöglichen Kindern die Auseinandersetzung mit Lebensweisen und kulturellen Hintergründen von Menschen in Entwicklungsländern

Musik, Tanz, Speisen, Handwerksgegenstände, die Art sich zu kleiden ..., was aus fremden Ländern kommt, ist uns oft vertraut. Vieles hat in unserem Alltag Platz gefunden, wir erfreuen uns daran (Kaffee, Reggae, Porzellan ...) oder sind manchmal erheitert (Bauchtanz).

Das, was dahintersteht, was die wirkliche Bedeutung dieser Dinge für die Menschen der jeweiligen Gesellschaft ist oder war, wissen wir meist nicht. Manches können wir mit unserem Denken nur schwer oder gar nicht erfassen. Das liegt u.a. daran, daß jede Gesellschaft ihre eigene Kultur besitzt. Unter Kultur verstehen wir, wie man in einer bestimmten Gesellschaft Dinge tut, was man denkt, wie man die Welt erklärt und woran man glaubt.

Jeder/jede hat ein Gespür dafür, wie man sich in der eigenen Gesellschaft "richtig" verhält. In den meisten Fällen ist dieses Wissen versteckt und erst ein Verstoß gegen die gemeinsamen, unausgesprochenen Regeln fällt auf: z.B.: zum Grüßen hält Dir jemand die linke Hand hin oder jemand meint "ja" und schüttelt den Kopf dazu.

Erst wenn man die eigene Kultur betrachtet und manche der versteckten Regeln und Verhaltensweisen sichtbar werden, besteht die Chance, eine andere Kultur kennenzulernen, zu entdecken, warum manches für uns nicht verstehbar ist und außerdem zu verstehen, warum sich Fremde in unserer Kultur nicht so einfach zurechtfinden können. So betrachtet, hat jedes "Dritte-Welt-Thema" mit Kultur zu tun. Es hat mit der Kultur der Menschen in fremden Ländern zu tun und auch mit Deiner eigenen mitteleuropäischen Kultur.

Wenn man Fremdes dem Vertrautem gegenüberstellt, kann man es in neuem Licht sehen. Die Kinder erfahren mit Dir gemeinsam etwas über andere Kulturen und lernen dabei gleichzeitig ein Stück mehr von den eigenen Regeln, Werten und Normen kennen.

Sich mit der Dritten Welt in der Gruppenstunde auseinandersetzen

So wie alle Gruppenstunden sollen auch Dritte-Welt-Gruppenstunden einen positiven Ansatz haben, interessant und lustvoll sein. Sie können all dem entsprechen, wenn Du ein Thema wählst, das mit dem Leben der Kindern zu tun hat. Mit diesem Ansatz gehst Du von einer globalen vernetzten Welt aus, zu der die Kinder und selbstverständlich auch Du selbst gehören. Spannend wird es dann, wenn ihr euch gemeinsam auf Entdeckungsreise macht.

Dritte-Welt-Themen sind dazu geeignet, Neues zu erfahren und Altbekanntes neu zu entdecken.

Gruppenstunden zu einem "Dritte-Welt-Thema" sind eine gute Möglichkeit, das Schöne, Bereichernde einer sehr vielfältigen Welt zu zeigen. Dessen ungeachtet solltest Du Problembereiche nicht bewußt weglassen.

Dritte-Welt-Gruppenstunden sind keine Schulstunden, in denen es um Wissensvermittlung in Sachen Geographie, Religion oder Musik geht. Das, was Du leisten kannst, ist Interesse und Offenheit zu wecken.

Du mußt nicht auf alle Herausforderungen der Welt Antworten und Lösungen wissen. Das Suchen von Fragen ist das eigentlich Wichtige. Das, was Du den Kindern voraus hast, ist die Methodik, auf die richtigen Fragestellungen zu kommen.

Feste nach fremden Bräuchen feiern

"Feiern wie in ..." gehört ebenfalls zum Themenkreis "Kennenlernen fremder Kultur". Es kann ein Fest bereichern, wenn ihr Elemente aus anderen Kulturen hereinholt, und es macht Spaß, fremdländisches Essen zu kochen, zu trommeln, neue Tänze zu lernen. Vieles tun wir ohne darüber nachzudenken. Wir trinken Sangria und Mokka, backen Tortillas, kochen Chili con Carne, gehen chinesisch essen, singen Gospels. Wir tun das, weil es schmeckt, gefällt, etwas Besonderes ist. Ein Fest ist eben nicht Alltag. Und trotzdem - es bleibt ein österreichisches Fest.

Auch der Gottesdienst ist eine Feier und auch hier finden gern Element aus anderen Kulturen Eingang. Dabei soll es aber nicht um die Erbauung oder Unterhaltung von "Zuschauern" gehen, sondern um Gestaltungen, die das gemeinsame Feiern vertiefen können.

Die Vorbereitung eines Festes ist ein guter Anlaß, um zu überlegen, was zu einem Fest gehört und wie "euer" Fest gelingen kann. Du kannst natürlich Elemente aus anderen Kulturen einfließen lassen. Vermittle den Kindern jedoch nicht den Eindruck, daß sich Feierkultur 1:1 übertragen läßt.

Es gibt viele Klischees über Menschen aus einer anderen Kultur. Du kannst diese abbauen helfen, wenn Du erzählst, welche Bedeutung bestimmte Ausdrucksformen haben - allerdings in unseren Worten und mit unserem kulturellen Hintergrund. Achte darauf, daß alte Klischees nicht weitergetragen werden (z.B. ein Afrikafest in Baströckchen ...).

Auch bei der Gottesdienstfeier kannst Du Elemente einsetzen, die für euch als Gruppe bzw. die Gemeinde passen. Achte darauf, daß der Gottesdienst nicht zur "Theateraufführung" für Erwachsene wird. Außerdem sollen weder die Kinder noch die anderen Mitfeiernden das Gefühl bekommen, sie würden nun beispielsweise einen "typisch" brasilianischen Gottesdienst feiern.

Mit Menschen aus anderen Kulturen zusammentreffen

Von Kindheit an begleiten uns Vorurteile über Menschen aus fremden Kulturen und Ländern. Die Informationen werden gewollt oder ungewollt vermittelt und prägen bereits Kinder im Vorschulalter. Sogar engagierte Erwachsene geben zu, daß sie im Kontakt mit AfrikanerInnen befangen und unsicher sind. Solche Befangenheit läßt sich nicht aus der Fremdheit an sich erklären, sondern hat mit den rassistischen Bildern zu tun, die unseren Alltag prägen.

Vorurteile durch Kontakt mit "sympathischen" AusländerInnen abzubauen wird durch die Stärke unserer Vorurteile begrenzt. Von einer Person wird noch nicht automatisch auf alle Personen geschlossen. Wenn Du überlegst, fallen Dir sicher auch Leute in Deiner Umgebung ein, die ganz freundlich über einzelne Flüchtlinge, Arbeitskolle-gInnen etc. reden und in Summe sehr ausländerfeindlich sind.

Auch in Deiner unmittelbaren Umgebung leben Menschen, die Dir fremd sind. Du kannst Kontakt mit Flüchtlingen, Kulturvereinen von Minderheiten etc. aufnehmen. Die Begegnung, das näher Kennenlernen und Möglichkeiten des Zusammenlebens sind das Ziel solcher Begegnungen.

Lade niemanden einfach so ein, weil Dir nichts anderes einfällt. Das Interesse an der Person muß darüber hinausgehen, diese nur "anzuschauen", Bereite Dich mit den Kindern auf den Besuch vor, indem ihr eure Erwartungen an den Gast klärt, und überlegt, was ihr gerne wissen möchtet, welche persönlichen Fragen ihr an sie/ihn habt.

Laufend kommen ProjektpartnerInnen nach Österreich, um mit den ReferentInnen der Dreikönigsaktion zu sprechen. Manchmal werden im Zuge dessen auch Vorträge oder Seminare veranstaltet. Bei Interesse von GruppenleiterIn-nenrunden, Pfarrgemeinderat, etc. ist es möglich, die PartnerInnen in die Pfarre zu einer kleinen Gesprächsrunde, zu einem Vortrag etc. einzuladen. Informiere Dich darüber im Jungscharbüro.

 
 

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