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Öffentlichkeitswirksam auf zugefügtes Unrecht hinweisen

Wir initiieren bzw. beteiligen uns an öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, um auf zugefügtes Unrecht hinzuweisen und Veränderung einzuleiten.

Viele Probleme und Ungerechtigkeiten sind zu wenig oder nur ungenau bekannt. Vieles wird erst dann geändert, wenn sich eine Öffentlichkeit dafür interessiert. Beispiele dafür, daß sich mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen etwas bewegen läßt sind vielfältig. Amnesty International hat über Postkartenaktionen und Berichte politische Gefangene in aller Welt frei bekommen.

Die Jungschar hat mit einer Briefaktion erreicht, daß die Rechte der brasilianischen Indianer in die Verfassung aufgenommen wurden. Der Südafrikaboykott gegen Apartheid ist ein weiteres Beispiel dafür. Diese und ähnliche Initiativen zeigen, daß man etwas bewegen kann, wenn man mit guten Informationen in die Öffentlichkeit geht und viele Leute mobilisieren kann, das jeweilige Anliegen mitzutragen.

Kampagnen können das Ziel haben, auf das Verhalten von Individuen einzuwirken und politische Forderungen im Inland und möglicherweise auch im Ausland durchzusetzen.

Sich persönlich an bestehenden Kampagnen beteiligen

Immer wieder gibt es Kampagnen, wie die oben angeführten. Bei manchen dieser Initiativen ist die Jungschar aktiv beteiligt. Diese verwenden Unterschriftenlisten und Postkarten bis hin zu Boykottmaßnahmen.

Wenn Du Dich an einer Kampagne beteiligen möchtest, informiere Dich vorher über den Inhalt der Forderungen. Überlege, ob die Forderungen mit Deinen Vorstellungen, Werten und Normen übereinstimmen. Informiere Dich, wer die OrganisatorInnen sind, und ob Du Dich ihnen anschließen möchtest. Im Jungscharbüro hilft Dir sicher jemand weiter.

Unterschriftenlisten sind eine gängige Form der Beteiligung. Lies den Begleittext durch, um den genauen Inhalt zu kennen. Solche Aktionen verlieren langfristig die Wirkung, wenn die Leute alles unterschreiben, was vorgelegt wird ohne den Inhalt zu kennen.

Manchmal kommt es vor, daß Kinder für Kampagnen verzweckt werden, dann hast Du die wichtige Rolle, Dich dagegen aufzulehnen. Wenn die Kampagne keine Relevanz für die Kinder hat bzw. diese sich nicht mit den Hintergründen und ihren Möglichkeiten befaßt haben, dann ist das Mißbrauch.

Andere mobilisieren und zum Mitmachen motivieren

Unterschriften-, Postkarten- oder Boykottaktionen leben davon, daß möglichst viele Menschen sich beteiligen. Bei Problemstellungen, von denen Du besonders betroffen bzw., die Dir persönlich als sehr wichtig erscheinen, wirst Du Dich wahrscheinlich mehr engagieren: Du kannst FreundInnen und Bekannte motivieren, Du kannst davon in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Pfarre erzählen, das Problem diskutieren und um Unterstützung werben. Je mehr Leute mitmachen desto mehr kann man bewegen.

Die GruppenleiterInnenrunde ist eine gute Möglichkeit, um die Ideen vorzubringen und mit den anderen die Sinnhaftigkeit und Vermittelbarkeit des Anliegens zu diskutieren. Das ist besonders dann wichtig, wenn Du möchtest, daß das Anliegen nicht nur von Dir allein, sondern z.B. von der Jungschar in der Pfarre getragen wird.

Mit öffentlichen Ständen und Informationsveranstaltungen kann man eine Kampagne gut bekannt machen. Solltest Du einen Stand vor der Kirche planen, sprich unbedingt mit dem Pfarrer bzw. dem Pfarrgemeinderat darüber und hole eine Erlaubnis ein. An öffentlichen Plätzen braucht man eine behördliche Genehmigung! Flugzettel sind ohne Genehmigung verteilbar, allerdings müssen sie ein Impressum enthalten.

Die Jungschar beteiligt sich immer wieder österreichweit an einzelnen Kampagnen. Die Informationen darüber bekommst Du mit dem Werkbrief. Die MitarbeiterInnen in den Jungscharbüros unterstützen Dich gerne, wenn Du im Rahmen einer derartigen Kampagne eine eigene Veranstaltung in der Pfarre oder im Dekanat durchführen möchtest.

Solidaritätskundgebungen aus persönlicher Betroffenheit

Die Möglichkeiten von "Solidaritätskundgebungen" gehen von Mahnwache, Sternwallfahrt und Paketaktionen für Flüchtlinge in Kriegsgebieten bis hin zu Solidaritätsfesten und Konzerten. Es ist wichtig, die richtige Form zum jeweiligen Anliegen zu wählen, damit die richtige, von Dir (euch) gewählte Botschaft bei den Adressaten ankommt.

Wenn Du gemeinsam mit anderen eine Aktion vorbereitest, solltest Du gut informiert sein und Klarheit haben, wofür Du Dich engagierst. Du kannst auch mit den Kindern Deiner Jungschargruppe gemeinsam eine Aktion starten. Die Initiative sollte aber von einem tatsächlichen Anliegen der Kindern ausgehen und ihren Handlungsmöglichkeiten entsprechen.

Ein ganz persönliche, aber sehr wichtige Möglichkeit ist, Leserbriefe zu schreiben. Wenn Du in Zeitungen Meldungen liest, dumme Witze und sonstige Gemeinheiten AusländerIn-nen, Farbigen oder Fremden gegenüber bemerkst, schreib einfach Deine Meinung als Leserbrief. Je kürzer und prägnanter Du schreibst, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß er abgedruckt wird. Motiviere auch andere dazu.

Eine Aktion die sowohl im kleinen Rahmen innerhalb der JS-Gruppen oder im pfarrlichen Rahmen möglich ist, ist ein Solidaritätsfest zu feiern. Gemeinsam mit den Kinder kannst Du das Fest vorbereiten. Zu diesem Fest könnt ihr AusländerInnen aus dem Pfarrgebiet einladen, sie vielleicht auch bitten, besondere Speisen, Getränke und auch Musik mitzubringen. Ein Fest schafft eine angenehme Atmosphäre und hilft Berührungsängste abzubauen. Wichtig ist, daß ihr mit diesem Fest euer Solidaritätsanliegen öffentlich gut bekanntmacht.

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