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GruppenleiterInnen setzen auf begleitende Bildung

Jungschararbeit stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Wir wollen mit den Chancen und Problemen in der Arbeit mit und für Kinder gut umgehen. Daher legen wir in der Jungschar Wert auf regelmäßige Aus- und Weiterbildung in Fragen der Pädagogik, Pastoral, der Lebenswelt von Kindern und der Entwicklungszusammenarbeit.

Die Chancen begleitender Bildung für deine Persönlichkeit

Als GruppenleiterIn hast Du verschiedene Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung. Neben den Angeboten der Jungschar auf Diözesan- und Bundesebene findest Du heute eine Vielzahl an Kursen, Seminaren und anderen Bildungsveranstaltungen, die für Deine Tätigkeit in der Pfarre entsprechend hilfreich sein können.

Zeitgemäße Bildung schließt immer auch die Weiterentwicklung der Person ein. Neben fachlichem Know-how bekommst Du vielfältige Anstöße, die geeignet sind, Deine persönlichen Begabungen zu fördern, Deine Haltungen und Einstellungen zu verändern, Deinen Blickwinkel zu erweitern. Das sind Erfahrungen, die Dir über Deine Aufgabe als Gruppenleiterin hinaus helfen, Deine Persönlichkeit zu entfalten.

Du klärst Deine persönlichen Voraussetzungen

Bildung hat vor allem auch den Sinn, daß Du Dir über einige Grundfragen im Hinblick auf die Jungschararbeit klarer wirst. Dazu gehören z.B. die Frage Deines Alters. Es ist schwer zu sagen, ob jemand mit 14, 18, 26 oder 40 Jahren für die Arbeit mit den Kindern geeignet ist. Das ist von vielen individuellen Faktoren abhängig. Wir haben uns derzeit darauf geeinigt, das 16 Jahre für den Beginn dieses Engagements als grundsätzlicher Richtwert sinnvoll festzulegen ist.

Bildung gibt Dir Klarheit darüber, was Du selbst an Begabungen für Deine Aufgabe mitbringst, bzw. was Dir für die Arbeit fehlt. Vieles davon ist erlernbar (Spiele, Methoden, Formfragen, theoretische Konzepte, Umgang mit Arbeitshilfen ...). Manches wird durch Deine persönlichen Eignungen bestimmt. Die Grundkurse, die die Jungschar in den Diözesen anbietet, sind jene Orte, auf denen Du z.B. diese persönliche Klärung vornehmen kannst.

Du sicherst Dir eine Praxisbegleitung

Gerade wenn Du als GruppenleiterIn angefangen hast, wird es für Dich hilfreich sein, wenn Du jemanden findest, mit der/dem Du über Deine Erlebnisse und Fragen ausführlich sprechen kannst. Das soll Dir eine Entlastung sein: Es denkt jemand mit, die/der auch GruppenleiterIn ist und Erfahrung hat, Du bekommst Hilfe und Beratung, wenn Du anstehst - und im Krisenfall hast Du jemanden, die/der Dir tatkräftig zur Seite steht.

Die GruppenleiterInnenrunde ist auch ein guter Ort der Praxisreflexion, vorausgesetzt ihr nehmt euch dafür Zeit und das allgemeine Gesprächsklima erlaubt es, einander bei der Gruppenarbeit zu helfen und zu beraten.

Manchmal kann es auch hilfreich sein, jemanden "von außen" zur Unterstützung beizuziehen. Es gibt zunehmend mehr Personen, die z.B. für pädagogische oder pastorale Arbeit Supervision anbieten. Das ist für Dich vor allem dann sinnvoll, wenn Du den Eindruck gewinnst, nicht mehr richtig weiterzukommen bzw. im berühmten "eigenen Saft" zu schmoren.

Du entwickelst Dich persönlich weiter

Zeitgemäße Bildungsangebote setzen stark auf Selbsterfahrung und Eigenerarbeitung. Du findest also Möglichkeiten, Dich in geschütztem Rahmen auf vielfältige Art und Weise selbst auszuprobieren. Du wirst persönliche Potentiale entdecken, wirst neue Interessen bekommen, wirst Talente und Begabungen entwickeln. Du wirst neue Formen im Umgang mit anderen Menschen kennenlernen und ausprobieren, Du wirst von anderen mitgeteilt bekommen, welchen Eindruck Du auf sie machst, was sie an Dir mögen und schätzen. Du wirst aber auch Deine Grenzen besser kennenlernen und vielleicht damit manche schmerzhafte Erfahrung machen. All das unterstützt die Reifung und Weiterentwicklung Deiner Person.

Aneigung theoretischer Kompetenz

Bildung liefert Dir für Deine Arbeit als Gruppen-leiterIn den nötigen theoretischen Hintergrund. Du wirst damit besser abschätzen können, ob das, was Du mit den Kindern vorhast, tatsächlich geeignet ist, die Ziele zu erreichen, die ihr euch gesetzt habt.

Es ist heute nicht mehr möglich, einfache Patentrezepte für die außerschulische Kinderarbeit zu erarbeiten und für die Praxis anzubieten. Zu verschiedenartig ist die Lebenssituation der Kinder, zu unterschiedlich sind die Rahmenbedingungen für die Jungschararbeit geworden. Andererseits gibt es eine Fülle an fachlichem Wissen und theoretischer Erkenntnis, die Du Dir für Deine Tätigkeit nutzbar machen kannst. Freilich wird Dir im Einzelfall nicht die Entscheidung abnehmbar sein, was davon konkret für Deine Praxis brauchbar und anwendbar ist.

Du wirst die Lebenssituation der Kinder besser verstehen
Auch wenn individuelle Lebensbedingungen von Kindern sehr unterschiedlich sind, gibt es doch einige allgemeine Tendenzen, die gut darüber Auskunft geben können, wie Kinder leben und was sie zu einem guten Leben brauchen. Dazu gehören Aspekte der Entwicklungspsychologie, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Phänomenen wie auch wissenschaftliche Forschungsarbeiten zu Kindheits- und Familienfragen. Diese Auseinandersetzung damit hilft Dir, den Einzelfall besser zu verstehen und Zusammenhänge zu durchschauen.

Du eignest Dir theoretische Grundlagen für Deine Arbeit an

Außerschulische Kinderarbeit benützt eine Vielfalt theoretischer Konzepte und Ansätze. Neben psy-chologischen und pädagogischen Ansätzen finden sich auch pastoraltheologische und organisationstheoretische Grundüberlegungen. Die Auseinandersetzung mit derartigen Konzepten hilft Dir in erster Linie, Deine Arbeit gut zu begründen. Sie hilft Dir auch bei Zielsetzungen und Planung und kann Dir bei der Reflexion als Erklärung für einzelne Entwicklungen oder Phänomene dienen.

Du nützt theoretisches Grundwissen in Deiner praktischen Arbeit

Es gibt einen weisen Spruch, der heißt: "Die beste Praxis ist eine gute Theorie". Das will sagen, daß sich Dein Handeln immer auch von grundlegenden - und das sind im letzten auch theoretische - Überlegungen leiten läßt.

Die Auseinandersetzung mit Theorie hat gelegentlich auch einen "bremsenden" Effekt: Bislang spontane PraktikerInnen werden plötzlich unsicher, fragen sich - ob sie auch alles "richtig" machen. Das ist eine verständliche Reaktion, die vor allem eines signalisieren soll: Schau darauf, daß Du das, was Du mit den Kindern tust, ihnen und anderen gegenüber gut begründen kannst.

Wenn Du z.B. die Kinder Deiner Gruppe bei euren gemeinsamen Aktivitäten mitbestimmen lassen willst, dann gehst Du davon aus, daß Kinder gut selbst entscheiden können, was ihnen wichtig ist; dann hast Du verschiedene Modelle im Kopf, wie diese Mitbestimmung gehen kann; dann wirst Du mitberücksichtigen, was Mitbestimmung in der Gruppe auslösen kann. Vielleicht hast Du Dir schon überlegt, was Du tun kannst, wenn Du selbst mit dem Ergebnis nicht einverstanden bist - oder das Engagement der Kinder sich in eine Richtung entwickelt, die Du nicht mehr verantworten willst ...

Hilfe für praktisches Handeln

Bildung dient auch dazu Deine Praxis weiterzuentwickeln. Das heißt, daß Du quasi Dein Handwerkszeug erweiterst und in Schuß hältst. In erster Linie wird Dir das durch Ausprobieren, Üben und das Auswerten von eigenen Erfahrungen gelingen. Theorie läßt sich mit Hilfe von Büchern und Fachzeitschriften "anlesen", Praxis will erprobt werden. Dazu helfen entsprechende Kurse oder Seminarveranstaltungen, die von Diözesanleitungen der Jungschar oder anderen VeranstalterInnen (z.B. Bildungshäuser) in großer Zahl angeboten werden. Der Werkbrief Deiner Diözesanleitung oder entsprechende Programmkataloge, die Du Dir kostenlos zuschicken lassen kannst, helfen Dir bei der Auswahl.

Du verfügst über ein vielfältiges Methodenrepertoire

Im Laufe der Zeit wirst Du Dir Deine eigene Methodensammlung zurechtgelegt haben. Spiele, die Dir und Kindern Spaß machen, Übungen, um in der Gruppenarbeit etwas zu vertiefen oder zu verdeutlichen, verschiedene Einstiegsmethoden, um ein Thema mit Kindern zu erarbeiten, Auswertungs- und Reflexionsmethoden usw.

Es ist wichtig, daß Du methodisch sattelfest bist, weil es immer wieder dazu kommen kann, daß die Kinder in der Gruppenstunde nicht unbedingt das mitmachen möchten, was Du vorbereitet hast. Dann ist es hilfreich, wenn Du ihnen "aus dem Stehgreif" Alternativen anbieten kannst. Deine Sicherheit in solchen Situationen wird größer sein, wenn Du mehrere Möglichkeiten spontan zur Verfügung hast.

Du planst, organisierst und führst Veranstaltungen durch

Als GruppenleiterIn beschränkt sich Deine praktische Arbeit nicht nur auf das Geschehen in der Gruppe. Vieles gibt es, wo Dein entsprechendes Können gefragt ist. Ein Ausflug mit Eltern und Kindern, ein Faschingsfest, ein Sommerlager, der Jungschargottesdienst, die Sternsingeraktion, der Bastelmarkt, ein Kinderclub ..., es sind gerade solche Einzelereignisse, auf die sich viele Aktivitäten (auch die der Gruppe) hinorientieren und an denen immer wieder die Attraktivität der Jungschar von außen gemessen wird.

Gute Ideen und Organisationsbegabung sind in diesem Arbeitsbereich sehr gefragt. Du brauchst Eigeninitiative, ein großes Improvisationsgeschick und die Begabung, Arbeit gut delegieren zu können.

Du kannst im Team arbeiten, kannst Leitung übernehmen und wirst sicher in Deinem öffentlichen Auftreten

Wertvolle Erfahrungen wirst Du auch in der unmittelbaren Zusammenarbeit mit anderen Grup-penleiterInnen machen. Hier kannst Du vor allem Deine Kommunikationsfähigkeit weiterentwickeln, insbesondere dann, wenn es darum geht, Leitung zu übernehmen oder Entscheidungen zu treffen.

Es gibt auch Anlässe, bei denen Dein öffentliches Auftreten verlangt ist: im Gottesdienst, bei Veranstaltungen, gegenüber kirchlichen oder politischen EntscheidungsträgerInnen, vielleicht auch in Rundfunk oder Fernsehen. Derartige Auftritte kannst Du in der GruppenleiterInnenrunde vorbereiten und Dir damit die entsprechende Sicherheit verschaffen.

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