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KJSÖ: Wir dürfen Kinder in Österreich nicht in die Armut schicken

Die Deckelung der Mindestsicherung betrifft besonders Mehrkindfamilien und schränkt damit die Zukunftschancen dieser Kinder massiv ein.

Wien, 10. Juni 2016: „Armut grenzt Kinder aus und verschlechtert ihre Zukunftschancen. Die Perspektive von Kindern geht im öffentlichen Diskurs oft unter“, so Sara Dallinger, Bundesvorsitzende der KJSÖ.

Rund 70.000 Kinder leben derzeit in Haushalten, die Geldleistungen aus der bedarfsorientierten Mindestsicherung beziehen. Erfahrungen von Armut und sozialer Ausgrenzung treffen Kinder besonders hart und prägen sie oft für ihr gesamtes Leben. Bezieher/innen der bedarfsorientierten Mindestsicherung vorzuwerfen, sie würden sich in einer sozialen Hängematte ausruhen ist nicht zielführend. Vielmehr ist die Politik gefordert, auch mit innovativen Maßnahmen wie beispielsweise einer allgemeinen Senkung der Normarbeitszeit bei gleichbleibendem Lohn Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Laut EU-SILC waren im Jahr 2015 fast ein Viertel der Armuts- und Ausgrenzungsgefährdeten Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Das Risiko sozialer Ausgrenzung liegt für diese Altersgruppe über dem Gesamtschnitt. Die Möglichkeiten sozialer Teilhabe für Kinder und Jugendliche aus betroffenen Haushalten unterscheiden sich bereits deutlich von jenen der Gleichaltrigen ohne Gefährdungsrisiko. So ist es für armuts- und ausgrenzungsgefährdete Kinder und Jugendliche oft nicht möglich, an kostenpflichtigen Freizeitaktivitäten wie Sport- oder Musikkurse teilzunehmen, auf Urlaub zu fahren, Freunde einzuladen oder Feste zu feiern.

„Wir fordern, dass politische Entscheidungsträger/innen sich in die Lage von armutsgefährdeten Kindern versetzen und ihre Entscheidung dementsprechend treffen. Mit der geplanten Deckelung werden Kindern Chancen verbaut und soziale Ungerechtigkeiten in Österreich verstärkt“, appelliert Dallinger.

Einmal mehr zeigt die Katholische Jungschar Österreichs die Notwendigkeit einer universellen Grundsicherung für Kinder auf, unabhängig von sozialem Status, Familienform oder Herkunft der Eltern.

Das Positionspapier und die geforderten Maßnahmen der KJSÖ zu Kinderarmut finden Sie hier