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Es geht uns etwas an!

Es macht uns traurig, betroffen und wütend zu sehen, dass es in unserer Kirche Personen gibt, die sich in den Dienst der Heilsbotschaft Jesu Christi gestellt haben, und ihre durch sakramentale Weihe oder pastorale Beauftragung ausgezeichnete Position dazu missbrauchen, Kindern und Jugendlichen Gewalt anzutun: physische und psychische Gewalt, in Form von Schlägen, Quälereien, Beleidigungen, Anzüglichkeiten, sexuellen Übergriffen und ähnlichem.

Es ist erschreckend und unverständlich, dass nach einem „Jahrhundert des Kindes“ (Ellen Key), das von radikalen Reformen der Pädagogik und vom Bestreben gekennzeichnet war, Mädchen und Buben als Subjekte, als eigenständige Persönlichkeiten zu achten, wert zu schätzen und zu respektieren, Gewalt und „schwarze Pädagogik“ in unserer Kirche noch immer als probate Erziehungsmittel gerechtfertigt werden.

Wir können wenig Verständnis dafür aufbringen, wenn unsere Kirchenleitungen in ihren Reaktionen nur zögerlich einem medialen Druck nachgeben, anstatt entschlossen und einmütig nötige Reformen, die das Amtsverständnis des Priesters, die Aus- und Weiterbildung der kirchlichen Mitarbeiter/innen und die Strukturen kirchlicher Arbeit betreffen, angehen und umsetzen.

Das Ziel unserer Arbeit als Katholische Jungschar ist ein heilender, ein heilsamer Dienst an den uns anvertrauten Mädchen und Buben. Unser Umgang mit den Kindern, unsere Aktivitäten und Programme in den Jungschargruppen, unser Reden und Tun müssen sich in jedem Fall daran messen lassen, ob es Kindern „gut tut“. Mädchen und Buben sollen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt werden und eine Hilfestellung für ein gelingendes, glückendes Leben bekommen. Jede Form der Demütigung, des Angst-Machens, des Klein-Haltens, des Ausnutzens von Abhängigkeitsverhältnissen, der Verzweckung zur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse und vor allem auch der Ausübung von psychischer, physischer oder sexualisierter Gewalt ist keine Jungscharpädagogik, kann nicht als Jungscharpädagogik gerechtfertigt werden und darf in keiner Form der Jungschararbeit geduldet werden.

Die Angebote für Rufschulungen für die eigene Pfarre und Weiterbildungen zum Thema sind von Diözese zu Diözese verschieden. Für Informationen wende dich bitte an dein Diözesanbüro.

Wir fordern demgemäß auch zu einer konsequenten Reflexion der Jungschararbeit auf.

Wo immer Jungschararbeit im oben beschriebenen Sinn als fragwürdig erscheint, wo immer Vorwürfe über gewalttätige Übergriffe auf Kinder geäußert werden, wo immer Mädchen oder Buben über „seltsame“ oder unpassende Verhaltensweisen von Gruppenleiter/innen oder anderen kirchlichen Mitarbeiter/innen klagen, sind sofort entsprechend transparente Klärungsprozesse einzuleiten. Wir ermuntern in diesem Zusammenhang auch alle Jungscharmitarbeiter/innen, Beratung und Unterstützung durch kirchliche (z.B. Jungscharbüro, Ombudsstellen) und außerkirchliche Einrichtungen (z.B. Beratungsstellen, Kinder-/Jugendanwaltschaft) in Anspruch zu nehmen.

Jungschar muss ein „sicherer Ort“ für Mädchen und Buben in unserer Kirche sein.