Das Mittags- und Abendessen am Lager sind Zeitpunkte, an denen alle Kinder beisammen sind. Wir sitzen miteinander um Tische und teilen das Essen. Das sind sehr geeignete Gelegenheiten, verschiedene Formen des Gebets kennen zu lernen, gemeinsam zu erleben und so eine Kultur des Betens miteinander zu entfalten.
Hier einige konkrete Tipps für Tischgebete mit Kindern:
Es ist wichtig, dass Kinder erleben, dass Gebete nicht etwas Starres sind. Gebete sollen Teil des gemeinsamen Lebens sein und mit unserem Alltag zu tun haben. Wir stellen hier verschiedene Formen von Tischgebeten vor:
Ihr singt Lieder, die euch schon bekannt sind oder die ihr im Laufe des Lagers gemeinsam lernt. Dafür könnt ihr auch den Kindern bekannte Lieder umdichten.
Ihr betet ein Gebet, das euch allen bekannt ist oder das ihr während des Lagers lernt, z.B.:
Auf jedem Platz liegt ein Zetterl, auf dem ein Gebet geschrieben steht. Das beten alle gemeinsam. Zum Beispiel:
Ein/e Gruppenleiter/in spricht einen kurzen Text vor. Das Gebet wird von allen gemeinsam mit einem Kreuzzeichen abgeschlossen. Zum Beispiel:
Ein/e Gruppenleiter/in leitet eine kurze Meditation an, in der etwas, das mit dem gemeinsamen Essen zu tun hat, betrachtet wird.
Derartige Meditationen sind nur dann sinnvoll, wenn die Kinder nicht aufgedreht sind und die Stimmung etwas ruhiger ist. Vor allem für ältere Kinder können sie aber eine reizvolle Anregung für eigene Gebete sein:
Brot: (Jedes Kind nimmt ein Stück Brot in die Hand.)
„Heute essen wir Brot. Brot ist die Beilage zu anderen Speisen. Dabei vergessen wir leicht, wie wichtig Brot als Nahrungsmittel ist und wie viel Brot wir eigentlich essen. Damit wir dieses Stück braunen, gebackenen Teig in den Händen halten können, muss vorher viel geschehen. Samen werden gesät, das Getreide wächst, wird dann gemäht und gedroschen. Danach wird das Getreide gemahlen und kann zum Kochen und Backen verwendet werden. Bis es soweit ist, dass wir dieses Stück Brot in der Hand halten, müssen viele Menschen – von Bauern/ Bäuerinnen bis zu Fabrikarbeiter/innen und Bäcker/innen – Arbeit geleistet haben.
Wenn wir das Brot in unseren Händen jetzt anschauen, dann danken wir dir, unserem Gott, für die Menschen, die dafür gearbeitet haben. Und wir bitten dich, dass uns die Natur immerzu die Nahrung schenkt, die wir zum Leben brauchen. Amen.“
Blumen: (Jedes Kind hat eine Blume, einen Grashalm, eine Ähre oder Ähnliches in der Hand. Nach dem Gebet werden diese in vorbereitete Vasen als Tischschmuck gestellt.)
„Wir schauen uns die Blume, die wir jetzt in der Hand halten, einmal genauer an. Wir betrachten die Farbe(n), die Blüte, die Blätter, den Stängel. Wie schauen eure Blumen aus? (Die Kinder erzählen, was sie an ihrer eigenen Blume beobachten.)
Guter Gott, in diesen kleinen Blumen sehen wir, wie wunderschön die Schöpfung ist. Hilf uns, unsere Natur so gut zu pflegen, dass sie uns immer wieder Schönes geben kann. Amen.“
Teller: (Jedes Kind hat einen leeren Teller in der Hand.)
„Unser Gott, noch ist unser Teller leer. Aber bald wird er mit gutem Essen gefüllt sein. Wir danken dir dafür. Für viele Menschen bleibt der Teller heute leer. Das ist ungerecht. Hilf uns und allen Menschen, die sich gegen die Ungerechtigkeiten auf unserer Erde auflehnen, damit alle Menschen genügend zu essen bekommen. Lass uns jetzt das, was wir zu essen haben, richtig genießen können. Amen.“